Stadtbrand: So ist Freiberg gewappnet

Das Feuer in der Akademiestraße hat gezeigt: Es ist wichtig, dass die Autos der Feuerwehr im Einsatz überall durchkommen.

Freiberg.

Der beste Schutz vor großen Stadtbränden ist eine Feuerwehr, die schnell und wirkungsvoll eingreifen kann. In dieser Ansicht sieht sich die Leiterin des Freiberger Ordnungsamtes nach dem Feuer in der Akademiestraße 5 vor gut einem Monat bestätigt. "Unsere hauptamtlichen Kräfte und die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren waren nach der Alarmierung schnell vor Ort und konnten eine Ausbreitung der Flammen verhindern", bedankt sich Antje Liebernickel bei den Kameraden für ihren Einsatz.

Bei dem Brand, der den Ermittlungen zufolge vermutlich aus Fahrlässigkeit entstanden war, ist eine 74-jährige Bewohnerin des Hauses ums Leben gekommen, das in Flammen stand. Die Feuerschäden an den Nachbargebäuden blieben dank der Brandmauern an den Giebeln auf Teile der Dächer begrenzt, schätzt Antje Liebernickel ein: "Meine Kollegen von der Bauaufsicht wachen darüber, dass alle Brandschutzbelange bei Baugenehmigungen eingehalten werden."

Aufgabe des Ordnungsamtes sei es, immer wieder auf die Rettungswege hinzuweisen. Gerade auf den schmalen Gassen der Freiberger Altstadt gebe es zahlreiche Engstellen, die für eine Durchfahrt von Feuerwehr oder Rettungsdienst freigehalten werden müssten: "Auch aus diesem Grund ist in der Altstadt das Parken nur auf speziell gekennzeichneten Flächen gestattet."

Allerdings gebe es "leider einen etwa gleichbleibend hohen Anteil von Fahrzeugführern", so die Amtsleiterin, die das Parkverbot missachten. So seien voriges Jahr 170 Verfahren wegen Parkens an einer engen Stelle eingeleitet worden, die in der Regel mit 15 Euro Strafe belegt sind. In 62 Fällen war das Engstellen-Parken noch mit einer Behinderung verbunden - das kostet 25 Euro. Und 41 Mal wurde in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt geparkt - dafür werden je 35 Euro fällig. "Die Betroffenen scheinen oft zu denken: 'Es wird schon nichts passieren'", urteilt Liebernickel.

Die freiwilligen Feuerwehren in Freiberg, Zug und Kleinwaltersdorf zählen insgesamt 144 Einsatzkräfte - 24 davon sind hauptamtlich angestellt. Zum Brandschutz gehörten dabei auch Übungsfahrten, um beispielsweise die Behinderung durch Baustellen besser einschätzen zu können. Aber auch jeder Einzelne könne vorsorgen, so die Amtsleiterin: "Jeder sollte Rauchmelder in seinem Haushalt haben."

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