Wenn es in der Bergstadt bayerisch wird

Das erste Freiberger Oktoberfest hat viele Neugierige angezogen. Samstagabend kamen 1800 Menschen. Die Macher finden: Premiere gelungen.

Freiberg.

Auf dem Gelände der Freiberger Brauerei ist das erste Oktoberfest über die Wiese gegangen. Mit 1800 Gästen war das Festzelt am Samstagabend knackevoll, sagt Andrea Berndt vom Freiberger Brauhaus, Veranstalter des ersten Freiberger Oktoberfestes. Für Freitagabend waren etwa 1500 Karten verkauft worden, ähnlich viele Besucher erwartete sie am Sonntagnachmittag für den dritten und letzten Abend.

Die dem Montanerbe verpflichteten Bergstädter zeigten sich aufgeschlossen für süddeutsches Brauchtum. Bier, Blasmusik und Braterzeugnisse waren auch in Sachsen die wichtigste Zutat. "Wir sind begeistert, wie aufgeschlossen die Freiberger das Fest annehmen. Großes Erstaunen und Freude bei uns Veranstaltern, dass unsere Gäste ihre Sympathie für Dirndl und Lederhose zeigen, sich hübsch gestylt haben. Die Stimmung war klasse", beschrieb Berndt am Sonntagnachmittag. Die feiergestählten Einheimischen freuten sich, eine von der hiesigen Brauergilde vorbereitete Fete besuchen zu dürfen. Künstler und Köche gaben sich die Klinke in die Hand, am Wochenende wurde bereits ab den frühen Nachmittagsstunden zünftig im riesigen Festzelt aufgespielt. Blasmusik aus Böhmen, aber auch rockiger Partyspaß aus Österreich mit den renommierten Akteuren Antonia und Anton an der Spitze, lockten die Einheimischen und ihre Gäste an den Fürstenwald. Fahrgeschäfte und Belustigungen mit nicht zu übersehendem Riesenrad sorgten vor dem Festzelt für Rummelatmosphäre.

Auch der sonntägliche Sportlertreff sei mit 400 Teilnehmern bestens besucht worden. Berndts Fazit: Premiere gelungen. Zwar habe der ein oder andere ein bisschen über den Durst getrunken, dramatische Zwischenfälle seien ihr aber nicht bekannt, so Berndt. Ob das Oktoberfest eine Neuauflage erfährt, sei nicht ausgeschlossen, müsse aber noch diskutiert werden, sagte sie auf Nachfrage.


Heiko Schröder (51), Koch aus München

"Die Fete wird von den Freibergern gut angenommen. Erstaunlich, welch Durchhaltevermögen sie zeigen und wie konditionsstark sie am Maßkrug sind. Die Partys sind wirklich abgegangen, Freiberg versteht zu feiern. Nette Leute und internationale Gäste kommen zusammen. Bei den kulinarischen Schmankerln sehe ich ausbaufähiges Potenzial. Haxen, Weißwurst und Hähnchen sind noch nicht für alle erste Wahl. Aber der Anfang ist gemacht. Im Alltag arbeite ich bei einem Lufthansa-Caterer. Als Thüringer habe ich mir die bayerische Lebensart auch erst erarbeitet." (hy)


Aline Paweletz (32), Ergotherapeutin aus Großschirma

"Prima, dass ein solches Fest organisiert wird. Dabei freue ich mich mit meiner Tochter Lavinia, dass überhaupt etwas auf gutem Niveau los ist, wir etwas vom Alltag abschalten und uns vergnügen können. Die Lebensart der Alpenregion mögen wir. Wir sind regelmäßig im Süden unterwegs. Von Urlauben in Österreich haben wir uns auch unsere Dirndl mitgebracht. Eher konservativ sind wir bei der Wahl der Speisen: Spaghetti und Langos sind für uns eher Trumpf, als Brathändel oder Weißwurst. Das Original in München kenne ich noch nicht, aber ich denke, es wäre mir zu hektisch." (hy)

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