Wiedersehen nach langer Zeit

Das renovierte Pfarrhaus ist am Samstagnachmittag in Hohenfichte offiziell wiedereröffnet worden. Aus diesem Anlass gab ein besonderes Ensemble mit Sängern aus Sachsen und Brandenburg in der Dorfkirche zwei Konzerte.

Hohenfichte.

Die Idee, einen reinen Männerchor zu gründen, kam Initiator Thoralf Dietrich im vergangenen Jahr. "Für die erste Hohenfichtener Musiknacht in der Kirche wurde zu dem Zeitpunkt noch nach einem Programmpunkt gesucht", so der 48-Jährige. Der Wahl-Hohenfichtener musste nicht lange überlegen und nahm Kontakt zu früheren Dresdener Studienkollegen sowie mit ehemaligen Kruzianern auf, die wie er im Knabenalter einige Jahre im weltberühmten Dresdner Kreuzchor gesungen hatten. Nach einer gelungenen Premiere entschlossen sich die Männer, auch weiterhin sporadisch zusammen aufzutreten. Der Name ihres Ensembles Die Hohenfichtn sei aus einer Laune heraus entstanden, weil die Premiere des Ensembles eben in Hohenfichte stattgefunden hatte.

"Ein geplanter Auftritt von uns in Drebach wurde durch Corona ausgebremst", so Ronny Seidel, der in Drebach zuhause ist. "Deshalb war die Wiedereröffnung des hiesigen Pfarrhauses für uns ein guter Anlass, uns nach so langer Zeit zu treffen", sagte Thoralf Dietrich. Er stellte ein Programm für zwei Kurzkonzerte zusammen, damit trotz Hygienekonzepts am Ende genügend Gäste die Möglichkeit für einen Besuch in der Kirche nutzen konnten. "Größtenteils singen wir heute Lieder, die für Männerchöre gesetzt sind", sagte Torsten Lindner aus Pirna, einer der Sänger. Der Reiz eines Männerchores sei das besondere Klangbild, sind sich die Musiker einig. Gemeinsam mit den anderen Ensemblemitgliedern aus Dresden, der sächsischen Schweiz, Frankfurt/Oder, Wurzen und Potsdam wurden geistliche Lieder aus fünf Jahrhunderten zum Besten gegeben. Begleitet wurde das Programm von Kirchenmusiker Pascal Kaufmann an der Orgel sowie Wiebke Weißker mit der Querflöte.

"Jeder von uns singt mindestens in einem anderen Chor", so Thoralf Dietrich, der zusammen mit seiner Frau in Chemnitz in einem Chor aktiv ist. Untergebracht waren die Musiker am Wochenende größtenteils im Hohenfichtener Waldpark.

"Wir freuen uns, dass das Ensemble zur Pfarrhauseinweihung zwei Konzerte auf die Beine stellt", sagte Andreas Kluge, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Die Empore der Kirche bot genügend Platz für alle Musiker, um den geforderten Sicherheitsabstand zu wahren. Im Anschluss an die beiden Konzerte gab es jeweils eine kurze Andacht zur feierlichen Wiedereröffnung.


Das Pfarrhaus

Für 453.000 Euro ist das von den Architekten Rudolf Schilling - Sohn des gleichnamigen Bildhauers Johannes - und Julius Graebner entworfene Pfarrhaus instand gesetzt worden. Geplant hatte man mit 300.000 Euro. Finanziert werden die Arbeiten durch das Förderprogramm "Leader", die Landeskirche und Spenden.

Das Dach wurde neu gedeckt, der Dachstuhl ausgebessert, historische Kastenfenster und Türen restauriert, Fußböden erneuert, Heizkörper gewechselt. Im Erdgeschoss des Pfarrhauses sind Gemeinderäume mit Küche und Toilette entstanden, im Obergeschoss eine 100-Quadratmeter-Mietwohnung mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad und separatem Eingang. (cdo/mick)

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