Anwohner fordern Brückenbau

Seit Monaten ist in Taura Überführung gesperrt

Taura.

Joachim Heinze hat sich einen großen Karren besorgt. Darauf laden er und Anwohner Wasser- und Bierkästen, alle nötigen Einkäufe. Die Tauraer müssen Besorgungen etwa 300 Meter auf dem Karren bugsieren. "Anfangs habe ich alles getragen, das war eine Schufterei", sagt der 66-Jährige. Denn seit neun Monaten kann er sein Auto nicht mehr direkt vor seinem Haus an der Hauptstraße 109 in Taura parken, weil die Zufahrtsbrücke gesperrt ist. Das beträfe auch alle 22 Bewohner von drei Mehrfamilienhäusern, die etwa zehn Stellplätze und eine Garage nicht nutzen können. Die Anwohner fühlen sich von der Gemeinde allein gelassen. Deshalb hatte Heinze in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Problem angesprochen und vorgeschlagen, eine Behelfsbrücke für die Zwischenzeit zu bauen oder zu mieten bzw. eine andere Zufahrt zu den Grundstücken zu gewährleisten. Bauamtschef Hannes Langen versprach, das zu prüfen.

Heinze machte auf weitere Probleme aufmerksam: Vor ein paar Tagen sei ein Mieter gestürzt. Eine Geschäftsfrau habe den Mann mit gebrochenem Bein nach Hause bringen wollen. Aber weil die Brücke gesperrt ist, sei kein Herankommen gewesen, auch für den Rettungsdienst nicht. Etwa eine halbe Stunde lang habe das Fahrzeug die Ortsdurchfahrt versperrt. Es sei beinahe zu Unfällen gekommen.

Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass die Brücke mit geschätzten Kosten in Höhe von rund 193.000 Euro erneuert wird. Geplant ist eine Betonbrücke mit einer befahrbaren Stahlbetondecke. Wie ein Ingenieurbüro informiert, sei bei einer Prüfung im November 2017 empfohlen worden, die Brücke abzusperren, eine Absturzsicherung vorzunehmen und die Tonnage zu begrenzen. Seitdem könnten nur Fußgänger die Brücke passieren, hieß es zur Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Robert Haslinger kündigte für 2019 den Bau an. Zu den Vorwürfen der Anwohner wolle er sich nächste Woche äußern, sagte er auf Nachfrage.

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