Diebes-Paar bedient sich aus Paketen

Statt die Päckchen den Adressaten zu überbringen, haben eine Frau und ein Mann daraus Handys und Kameras gestohlen und verkauft. Jetzt wurden sie dafür verurteilt.

Döbeln/Mittweida.

Mit dem Diebstahl von mehr als 80 Paketen und dem Verkauf des Inhalts hat ein junges Pärchen einen Gesamtschaden von nahezu 24.000 Euro angerichtet.

Jetzt mussten sich die 21-Jährige und der 24-Jährige, die aus der Region Mittweida stammen, vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Döbeln für ihre Taten verantworten. Vorgeworfen wurde ihnen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Diebstahl in zwölf tateinheitlichen Fällen. Angeklagt wurde der junge Mann zudem wegen Verletzung des Postgeheimnisses.


Laut der Anklage war der 24-Jährige im Tatzeitraum von November 2016 und April 2017 als Kurierfahrer tätig und transportierte unter anderem Pakete und Päckchen zu einem Postverteilerzentrum. Allein in einer Nacht soll der Angeklagte 18 Pakete gestohlen haben. Gemeinsam soll sich das Paar dazu entschlossen haben, aus den Paketen teure elektronische Gegenstände, wie Handys, Digitalkameras und Nintendospiele, zu stehlen und sie zu verkaufen. Anhand des Absenders vermuteten sie den Inhalt. Weil der junge Mann verschuldet war, ging das Geld der Käufer der Elektronik auf das Konto der Angeklagten ein.

Zu Verhandlungsbeginn hatten sich Richterin Marion Zöllner, Staatsanwalt Norbert Metzger und die drei Verteidiger des Pärchens darauf geeinigt, den Angeklagten eine geringe Strafe bei einem umfassenden Geständnis in Aussicht zu stellen. Daraufhin gaben die Frau und der Mann die Taten zu. Diese begründeten sie damit, dass die junge Frau damals schwanger war, es Streit mit den Eltern gab und die Frau in der Folge daheim aus- und beim Angeklagten eingezogen war. Er habe nur ein geringes monatliches Einkommen gehabt, die Frau, die derzeit studiert, nur Taschengeld von den Eltern. Davon habe die junge Familie nicht leben können. So sei die Idee zu den Taten entstanden. Während er die Pakete stahl, sie auspackte und neu verpackte, kümmerte sich die Frau um den Verkauf des Diebesguts und gab ihr Konto für die Bezahlung an. Von dem so unredlich erworbenen Geld bezahlte das Paar Autoreparaturen, Babyartikel und renovierte Zimmer in der Wohnung. Den Schaden beglichen hatte beide bisher nicht.

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft, auch einschlägig wegen Diebstahls. Die Taten beging er unter Bewährung. Das Jugendschöffengericht verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Die Frau erhielt eine Jugendstrafe von 10 Monaten, ebenfalls zu zwei Jahren Bewährung. Beide müssen 100 Arbeitsstunden leisten. Außerdem werden sie einem Bewährungshelfer unterstellt. Für die gestohlenen Waren soll von beiden ein Wertersatz in Höhe von 23832,41 Euro eingezogen werden.

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