Stockcar: Drängeln und Schubsen ausdrücklich erlaubt

Neben fahrtechnischem Können, das die Piloten unter Beweis stellten, hatte vor allem das Publikum an der Strecke jede Menge Spaß - Schlammspritzer inklusive.

Hartha.

Die 17. Auflage des Stockcar-Rennens am Harthaer Heegweg ist Geschichte. Der Motorsportclub Hartha (MSC) als Ausrichter ist mit dem Verlauf und der Resonanz durch die Zuschauer mehr als zufrieden. Rund 3000 Gäste verfolgten laut MSC-Chef Stephan Schäfer an beiden Tagen des vergangenen Wochenendes die Rennen auf dem kurvenreichen Parcours.

So hatte Rennleiter Thomas Eckhardt jede Menge zu tun, um die schrottigen Boliden für die Starts der gemeldeten 103 Piloten an der Startlinie auszurichten. In der Klasse Trabant kam es zu zahlreichen Neustarts. Die leichten Fahrzeuge katapultierten sich in Kurven die Wälle hinauf oder legten sich bei zu viel Gas auf dem schlammigen Parcours gleich aufs Dach.

Judith Fenske und Yvonne Zirpner registrierten im Rennbüro die Anzahl der erreichten Punkte für jeden Fahrer, hielten Ausfälle von Autos fest, die ausscheiden mussten, weil Motor oder Chassis nicht mehr wollten. Beide junge Frauen sind seit acht Jahren im Container am Parcours die Ansprechpartnerinnen für alle Piloten. "Da gehen lässig drei Tage drauf", urteilt Judith Fenske. Aber das mache ihnen nichts aus. "Entweder man lebt für Stockcar, oder man sollte die Finger davon lassen."

Was beiden Frauen bei der diesjährigen Auflage auffällt: "Es geht aggressiver zur Sache, und das schon in den Vorrundenläufen." Weshalb das so ist, können die Beiden, die als Rundenzählerinnen am Parcours angefangen hatten, auch nicht beantworten. "Die Fahrer wollen möglichst früh Punkte sammeln", vermutet Yvonne Zirpner. Zu risikoreiche Manöver hätten jedoch mitunter zur Folge, dass die Boliden noch vorm Finale aufgeben müssten.

Auch teils starker Regen am Sonntagnachmittag, der das Gelände in eine Schlammwüste verwandelte, konnte echte Fans nicht davon abhalten, das Finale zu verfolgen.


Wer als Beste beim 17. Stockcar-Rennen in Hartha durchs Ziel gingen

Bis 1300 Kubikzentimeter: Dennis Wagenknecht, Seiffen.

Über 1300 Kubikzentimeter: Marcus Badelt, Pockau-Lengefeld.

Über 1600 Kubikzentimeter: Manuel Lorenz, Olbernhau.

Klasse Frauen: Judy Hentschel, Penig.

Klasse Trabant: Lars Brose aus Liebstadt, Landkreis Sächsische Schweiz.

Unverbaute Klasse bis 1500 Kubikzentimeter: Mirco Weise, Thiendorf bei Meißen; über 1500 Kubikzentimeter: Nils Pester aus Penig. Unverbaut heißt, die Fahrer sind ohne Front- und Heckschutz unterwegs und vertreten somit die ursprüngliche Form des Stockcar.

Vernichtungslauf: Den mit zwölf Fahrern besetzten abschließenden Vernichtungslauf um den Pokal des Harthaer Bürgermeisters Ronald Kunze gewann Stefan Spalek aus Bretnig, Landkreis Bautzen.

Rohmitschnitte: Die Rohmitschnitte können Interessierte bei Youtube und Facebook unter "MSC Hartha" aufrufen. (grün)

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