Voller Einsatz für Kinder und Behinderte

Die "Freie Presse" sucht den Mittelsachsen des Jahres 2020. Heute: Hortleiterin Annette Wüchner hat auch einen besonderen Einkaufsmarkt gut durch die Pandemie gesteuert.

Hainichen.

Zeit für Hobbys? Keine. Überstunden? Nicht mehr zu zählen. Freie Wochenenden? Eher die Ausnahme. Zufrieden im Beruf? Jeden Tag aufs Neue. Annette Wüchner leitet seit 2013 in Hainichen den Schulhort "AlberTina", der in Trägerschaft des DRK ist. Bereits den Bau hat sie mit koordiniert, noch größer sieht sie jedoch die Aufgabe, die im Vorjahr zu bewältigen war. Sie hat den Hort durch die Coronapandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen geführt.

"Für alle Erzieher und Leiter war das eine enorme Anstrengung, und das ist es immer noch", sagt die 52-Jährige, die in Hainichen wohnt. Sie hat selbst zwei Kinder und zwei Enkel. Zu Ostern verteilten Wüchner und ihr Team zum Beispiel kleine Geschenke, damit die Kinder den Hort nicht vergessen. "Die größte Herausforderung ist es für uns, den Kindern das Leben so normal wie möglich zu machen", erklärt Wüchner, die als gelernte Erzieherin berufsbegleitend studiert hat. In ihrem integrativem Hort mit sprachlichem Profil geht es immerhin um 266 Mädchen und Jungen, die Einrichtung ist komplett ausgelastet. In der Notbetreuung sind jetzt nur etwa 10 Prozent der Kinder. Weniger Arbeit bedeutet das aber nicht.

Für die Chefin waren alle neuen Verordnungen immer mit schlaflosen Nächten verbunden, oft auch mit viel Arbeit am Wochenende: "Wenn es erst Freitag eine neue Anordnung vom Land gibt, die dann ab Montag gilt, ist das für uns ganz schwer umzusetzen." Sie musste viele Fragen der Eltern beantworten, oft auch sonntags.

Ihr Chef Jörg Hirschel, Vorstandschef des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen, weiß ihren Einsatz zu schätzen: "Annette Wüchner hat 2020 nahezu ihre gesamte Freizeit geopfert." Hirschel lobt vor allem ihr Engagement beim Aufbau des CAP-Marktes in Waldheim. Dies ist ein Einkaufsmarkt, in dem ausschließlich Menschen mit Behinderung arbeiten. Der Aufbau war Wüchners Masterarbeit für ihr Wirtschaftsstudium. Mittlerweile ist sie Geschäftsführerin des Marktes mit Mitarbeitern.

"In schwierigen Phasen, insbesondere in Bezug auf Corona, hat sie einen klaren Kopf behalten" sagt Hirschel. "Sie ist wesentlich daran beteiligt, dass wir die Arbeitsplätze und den Markt in Waldheim erhalten konnten." Der Cap-Markt muss sich selbst tragen, das gelang bisher. Dabei konnten viele Ideen wie das begleitete Einkaufen gar nicht umgesetzt werden. Dafür wurde ein Lieferdienst installiert. "Das Projekt liegt mit sehr am Herzen", so Annette Wüchner. "Es ist toll, die Leute zu sehen, wie sie überglücklich jeden Tag ihren Job machen können."

Einen weiteren Bericht über einen Kandidaten für den "Mittelsachse des Jahres" lesen Sie auf Seite 11.

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