Wie das Handy-Parken in Mittweida ankommt

Immer öfter werden Tickets in der Stadt nur noch virtuell gelöst. Im Rathaus ist man zufrieden. Doch es gibt auch Kritik.

Mittweida.

Zwar halten sich die Einnahmen bislang in Grenzen. Grundsätzlich aber zeigt sich die Stadt Mittweida zufrieden mit dem bargeldlosen Parken per Smartphone-App, das seit Anfang des Jahres in der Hochschulstadt möglich ist. Vor rund einem Jahr hatten die Stadträte zugestimmt, das Handyparken in die Parkgebührenordnung aufzunehmen. Mitte Januar ging das Bezahlsystem der Firma Parknow aus Berlin dann in Mittweida an den Start.

Seitdem müssen Autofahrer nicht mehr zwangsläufig einen Zettel am Parkautomaten ziehen, wenn sie auf den kostenpflichtigen Parkplätzen an der Rochlitzer Straße, der Weberstraße, dem Markt oder auf dem ehemaligen Busbahnhof stehen wollen. Ein Klick in der App genügt, um ein virtuelles Ticket zu lösen. Auch die sogenannte Brötchentaste, mit der kostenfreies Parken für bis zu 15 Minuten möglich ist, lässt sich so betätigen. Ob die App genutzt wurde, finden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes heraus, indem sie das Autokennzeichen scannen.


Für die Kontrolleure stelle das keinen zusätzlichen Aufwand dar, sagt Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). "Wir sind zufrieden", erklärt er. Das Handyparken werde seit der Einführung auch von Autofahrern gut angenommen. Von Mitte Januar bis Mitte Juli seien rund 400 einzelne Parkvorgänge mit der App registriert worden. Rund 100 verschiedene Kennzeichen wurden dabei verzeichnet. Die Gesamteinnahmen der ersten sechs Monate halten sich mit knapp über 100 Euro zwar in Grenzen. "Aber wir haben sehr geringe Parkgebühren, daher kann man auch keine riesigen Einnahmen erwarten", meint Schreiber. 10 Cent pro halbe Stunde kostet das Parken am alten Busbahnhof, 25 Cent auf den anderen Flächen.

Ziel der Einführung des Parknow-Systems ist es laut dem Stadtchef gewesen, den Parkenden einen zusätzlichen Service zu bieten. Der ist mit 25 Cent Extra-Gebühren pro Parkvorgang beziehungsweise 2,99 Euro im Monat allerdings nicht umsonst. Dennoch nimmt die Anzahl Parkvorgänge, bei denen die App genutzt wurde, zu. Waren es laut Stadtsprecherin Francis Pohl im Januar und Februar nur 20 beziehungsweise 25, gab es bereits im März einen sprunghaften Anstieg auf 70 solcher Parkvorgänge. Ein ähnliches Niveau wurde auch im April und Mai erreicht. Allein in der ersten Juli-Hälfte gab es dann 85 Parknow-Nutzungen in Mittweida. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor, heißt es.

Nur vereinzelt habe die Stadt Kritik an der App erreicht. "Der Zugang zu Parknow soll nicht immer stabil sein", sagt Schreiber. "Wir haben Beschwerden gehabt, dass das Starten des Parkvorgangs manchmal nicht funktioniert." Die Stadt habe den Anbieter darüber informiert. Er gehe davon aus, dass es sich um anfängliche Probleme handelt, die sich mit der Zeit legen werden, so der OB.

Mit Parknow hat die Stadt einen Kooperationsvertrag über fünf Jahre geschlossen. Daneben gibt es in Deutschland aber beispielsweise auch Ampido, Easypark, Park.Me und Park and Joy, die ähnliche Funktionen anbieten. "Die haben sich bei uns noch nicht gemeldet, aber warum sollten wir nicht auch mit ihnen zusammenarbeiten?", sagt Schreiber. www.park-now.com


So funktioniert die App

Um die Anwendung für das Smartphone nutzen können, muss die Parknow-App installiert werden. Sie ist kostenfrei. Will man sich nicht als Nutzer registrieren (mit Zahlung der Parkgebühr via Paypal, Kreditkarte oder Lastschrift), kann sie dennoch genutzt werden. Dann wird die Parkgebühr mit der Mobilfunkrechnung abgebucht. Gebührenpflichtige Parkplätze zeigt die App auf einer Karte an (bei aktivierter GPS-Ortung). Stellt man sein Auto ab, wird der Standort auf dem Handy angezeigt wie auch die Parktarife. Per Fingerdruck auf dem Handy wird der Parkvorgang gestartet und so auch beendet. Vorteil: Am Automaten muss man vorher entscheiden, wie lange man parken will und zahlt womöglich zuviel oder zuwenig. App-Nutzer zahlen nur für die Zeit, in der das Auto geparkt war. (jl)

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