Leichtathleten peilen Modernisierung an

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Die Ziegelbauten an der Sportstätte am Geringswalder Klosterbach sind fast 70 Jahre alt. Lange genug mussten sich die Sportler damit begnügen. Doch nun sollen die Gebäude auf Vordermann gebracht werden.

Geringswalde.

"Wir sind begeistert!", sagte Hans Marschner. Der Chef des Geringswalder Leichtathletik- und Wandersportvereins (LWV) hatte als Gast die jüngste Sitzung des Stadtrates verfolgt. In der ging es unter anderem um den Anteil der Kommune an einer Komplettsanierung der Gebäude an der Sportanlage am Klosterbach.

Was Marschner in seiner Euphorie meint: Alles deutet darauf hin, dass sich die Sportler bald von den schlechten Bedingungen in den fast 70 Jahre alten Gemäuern verabschieden können. Eine Hürde ist dabei schon genommen: Der Stadtrat machte einstimmig den Weg für 40.000 Euro frei, die in das knapp 200.000 Euro schwere Projekt fließen sollen.

Um das stemmen zu können, haben die Leichtathleten des LWV den Geringswalder Förderverein für Sport und Kultur mit ins Boot genommen. Dessen Vorstandssprecher und Frontmann Andreas Wagner weiß durch zahlreiche andere Vorhaben wie kaum ein anderer, wo er wegen Fördermitteln anklopfen muss. Wagner hatte etwa zwei Monate mit Leichtathleten und Planer Peter Petersen ein Konzept aus dem Boden gestampft, das den Entscheidern bei der Sport- und Landesförderung bereits vorliegt.

"Was wir wollen, ist nichts Luxuriöses", erklärte Wagner vor den Stadträten. Der Platz an sich sei in einem Top-Zustand und werde von den etwa 130 Aktiven auch ausgiebig genutzt. Das Geringswalder Areal sei zudem als Wettkampfstätte beliebt. Lediglich die Funktions- und Sanitärraume seien mit dem gepflegten Ambiente "nicht mitgewachsen". Dass dringend etwas getan werden muss, hielten Analysten aus neutraler Sicht im Sportstätten-Leitplan der Stadt Geringswalde fest. Darin wurde etwa festgestellt, dass das Gebäude mit Sanitäranlagen und Vereinsraum zahlreiche Farb- und Putzschäden aufweist, die Elektroinstallation noch auf dem Putz verlegt ist und die Wände feucht sind. In einem gesonderten Gebäude gibt es nur eine Toilette, die an eine abflusslose Grube angeschlossen ist. Dazu ein Waschbecken mit lediglich kaltem Wasser. Duschen für die Sportler sind nicht vorhanden.

"Eine ordentliche Nutzung ist kaum mehr möglich", ergänzte Wagner. Diese Bedingungen könne man niemandem zumuten. Teilweise müssten sich die Athleten mangels Platzes und Ausstattung der Innenräume sogar im Freien umziehen.

Die Finanzierung soll über ein sogenanntes Kleinprojekt realisiert werden, bei dem bei 200.000 Euro die Grenze gezogen ist. Zuwendungen erwarten die Geringswalder von der Sächsischen Aufbaubank und vom Landkreis. Den zugesicherten Anteil der Kommune sollen dann die Leichtathleten mit einem Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent abdecken. "Wir sind inzwischen in sämtlichen Antragsverfahren drin", sagte Wagner zum aktuellen Stand. Gleichwohl leiste der Förderverein, wie bei seiner Gründung bereits angekündigt, lediglich organisatorische Hilfe. "Wenn alles gut geht, fangen wir im September mit dem Umbau an."

Konkret heißt das: Fenster und Türen müssen raus und durch neue ersetzt und bröckelnder Putz an Innen- und Außenwänden abgeschlagen werden. Im Sanitärbereich ist eine zusätzliche Toilette für Menschen mit Handicap vorgesehen. Geheizt wird künftig mit Erdwärme. Nicht zuletzt erhält das Gelände eine vollbiologische Kleinkläranlage.

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