AfD-Demo in Rochlitz ruft Gegner auf den Plan

Mit Pfiffen und Plakaten störten etwa 40 Leute eine Kundgebung der Partei

Rochlitz.

Eigentlich wollte die AfD am gestrigen Mittwochabend auf dem Parkplatz am Rochlitzer Stadtbad gegen die Coronamaßnahmen demonstrieren; ähnlich wie am Vorabend in Mittweida. Statt einer Kundgebung, in der lautstark die Allgemeinverfügungen zum Schutz vor der Pandemie und der gegenwärtige Lockdown kritisiert werden sollten, gab es allerdings nur einen Bürgerdialog. Kein Redner stand ab 19 Uhr am Pult und sprach ins Mikrofon, dafür unterhielten sich die Landtagsabgeordneten Lars Kuppi, Romy Penz und Dr. Rolf Weigand direkt mit den etwas weniger als 40 Anwesenden.

Die AfD-Landespolitikerin Romy Penz erklärte gegenüber der "Freien Presse", man habe bewusst auf Reden verzichtet, "um die Lage zu deeskalieren". Danach sagte sie: "Wir wollen den anderen außerdem keine große Bühne bieten."

Damit zielte Penz auf das Geschehen auf der gegenüberliegenden Straßenseite ab. Dort hatte sich eine etwa gleich große Gruppe eingefunden. Im Gegensatz zu den Teilnehmern bei der AfD hielten sich aber die etwas mehr als 40 Gegendemonstranten an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Ausnahmslos trugen sie eine Maske. Mit Transparenten wie "Kein Abstand, kein Anstand, kein Verstand" und Parolen machten sie klar, was sie von den Rechtspopulisten und ihren Ansichten hielten: nichts. "Es ist wichtig, dass Rochlitz eine bunte Stadt bleibt", sagte Attila Grafe. Petra Rech, die spontan eine Demonstration angemeldet hatte, stimmte ihm zu und bemerkte: "Es ist schön, dass viele Jugendliche unter uns sind."

Als aus den Reihen der Gegendemonstranten mehrfach der Hinweis kam, die Teilnehmer aufseiten der AfD würden sich nicht an die Maskenpflicht halten, machte sich eine Vertreterin des Landratsamts - der Landkreis war zuständige Versammlungsbehörde - dorthin auf. Wenig später gingen die Flutlichter aus. Infomaterial wurde eingepackt. Die Teilnehmer strömten nach allen Seiten davon, der Fahrzeugkorso der AfD-Politiker zog ab - und zwar unter lautem Gejohle, Pfiffen und Geklatsche der Gegenseite.

"Die Versammlung wurde gegen 19.10 Uhr beendet", erklärte die Mitarbeiterin des Landratsamts. Minuten später löste sich auch die spontane Gegendemonstration auf. Neben der Vertreterin des Landratsamts war auch das Rochlitzer Ordnungsamt sowie mehrere Einsatzkräfte der Polizei vor Ort und sicherten das Geschehen ab.

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