Als sich zum Schnee die Kälte gesellte

Vor 40 Jahren hatte der Winter die Region besonders im Griff. Einsatz war nicht nur an Gleisen und in Betrieben gefragt.

Rochlitz.

Von der herausfordernden Seite hat sich der Winter in den vergangenen Tagen im Landkreis gezeigt. Bei einigen Mittelsachsen könnte das Erinnerungen wachgerufen haben - an den Jahreswechsel 1978/1979, als Schnee und Kälte tagelang das Leben allerorts in noch größerem Ausmaß bestimmten.

Nach tagelangem Dauerregen begann es am 30. Dezember zu schneien. Dazu kam eisiger Wind. Bei Temperaturen, die innerhalb weniger Stunden um bis zu 25 Grad sanken, gefror der vom Sturm aufgewehte Schnee zum Eispanzer. Besonders traf es die Küsten von Nord- und Ostsee. Doch auch im Süden der DDR kam es zu Stromausfällen. Es mussten zusätzliche Kräfte eingesetzt werden, um den Straßen- und Schienenverkehr sowie die Rohstoffversorgung aufrechtzuerhalten.

Die "Freie Presse" berichtete über Tage in den damaligen Ausgaben in Mittelsachsen. So ist in der Rochlitzer Ausgabe vom 4. Januar 1979 zu lesen: Mehr als 100 Eisenbahner seien rund um die Uhr im Einsatz, um Gleise, Weichen und Signalanlagen voll einsatzfähig zu machen. Mehrere Bäcker können nicht voll produzieren. Ein Bäcker aus Rochlitz stellt zusätzlich Brot her, obwohl auch er keinen Strom hat - geknetet wird per Hand. Viele Betriebe arbeiten am Wochenende des 7. und 8. Januar 1979, um Rückstände im Plan aufzuholen, etwa der VEB Texturseidenwerke in Flöha. In der Ausgabe Brand-Erbisdorf liest man von Genossenschaftsbauern, die während der Stromabschaltungen mit der Hand melken. Unter anderem in der Zschopau stauen sich Eisschollen, in Mittweida-Weinsdorf wird das Gelände des VEB Vliestextilien überschwemmt.

Erinnerungen hat auch Gunther Galinsky, Fotograf aus Freiberg. "Bei der Silvesterfeier in Mönchenfrei ging plötzlich das Licht aus. Da die Taxe nicht kam, sind wir bei 20 Grad minus in Richtung Brand-Erbisdorf losgelaufen", so der 80-Jährige. Zudem musste das Heizkraftwerk an der Halsbrücker Straße per Eimerkette versorgt werden, weil alle Zuführungsbänder eingefroren waren. Die Kohle musste vorher aus den Waggons gehackt werden. (mit mib)

Liebe Leser, an welche Erlebnisse zum Jahreswechsel 1978/1979 im heutigen Mittelsachsen erinnern Sie sich? Bitte schreiben Sie uns und senden Sie uns Fotos an "Freie Presse", Lokalredaktion Rochlitz, Markt 10 in 09306 Rochlitz oder per E-Mail an red.rochlitz@freiepresse.de, Kennwort: Winter 1978/79.

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