Alte Rochlitzer Baderei wächst stufenweise

Der Bayer Georg Pfeuffer saniert das älteste Haus der Stadt. Historisch passend arbeitet er dabei mit Porphyr.

Rochlitz.

Schritt für Schritt geht die Sanierung an der Alten Baderei in Rochlitz voran - oder besser: Stufe für Stufe. Hausbesitzer Georg Pfeuffer arbeitet an einer Treppe, die einmal in einem Anbau in die erste Etage führen soll. Dafür verlegt der Bayer Porphyrstufen.

Seit 2013 arbeitet Georg Pfeuffer an der Alten Baderei. Erstanden hatte er das Objekt, nachdem er 2011 mit seiner Frau Erika im Internet darauf aufmerksam geworden war. Der 61-Jährige ist Tischlermeister und geprüfter Restaurator im Tischlerhandwerk, wohnt in Attenhausen bei Landshut. Immer wieder ist er in den vergangenen Jahren für einige Tage in Rochlitz gewesen, um am Haus zu werkeln. Die Alte Baderei ist das älteste Gebäude der Stadt. Ersterwähnt wurde das Haus 1464 an der heutigen Stelle am Mühlgraben. Im Schlussstein über der Eingangstür ist das spiegelbildliche Monogram des Baders Michael Neubauer von 1707 zu erkennen.

Das Erdgeschoss will Pfeuffer später als eigene Wohnung nutzen, die erste Etage wird als Mietwohnung hergerichtet, ins Dachgeschoss soll eine Ferienwohnung. An der Ostseite entsteht ein Anbau für das Treppenhaus. 2017 wurde die Bodenplatte gegossen.

Die Porphyrstufen, die Georg Pfeuffer gerade setzt, sowie fehlende Gewände hat er sich bei Abrissarbeiten von Häusern in der Schulgasse sichern können. Die Stufen seien teilweise gebrochen. Deshalb müssen die Teile durch Dübel und Kleben wieder zusammengesetzt werden. Manche Stufen wiegen bis zu 200 Kilogramm. An den Stufen arbeitet Pfeuffer gemeinsam mit einem Rochlitzer Steinmetz. "Momentan kostet es viel Geduld", sagt er. Vorn am Anbau könne er noch nicht mauern, weil er mit dem Kran die Stufen an die richtige Stelle heben muss. Bis zum Winter aber soll der Anbau wetterdicht sein. Wie die Alte Baderei wird er ebenso ein Mansardwalmdach haben.

Vom Stand der Sanierung erzählt Pfeuffer bei einem Rundgang durchs Erdgeschoss, in dem sich unter anderem einmal die Küche unter einem Kreuzgewölbe befinden soll. So sind etwa noch Lehmdecken zur ersten Etage herzustellen. Auch zeigt Pfeuffer eine rund 200 Jahre alte Tür. Diese hat er per Hand von alter Farbe befreit und mit Leinölfarbe versehen. Sogar alte Schrammen sind - gewollt - erhalten geblieben. Derzeit arbeitet er auch an Kastenfenstern für den Anbau, hat schon Holz für Parkett zugeschnitten und alte Steine für das Gesims am Anbau zurecht gesägt. Bis zur Rente will er mit der Sanierung fertig sein.


Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September kann die Alte Baderei besichtigt werden

Zum 25. Mal wird in diesem Jahr deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals organisiert. Am 9. September öffnet dabei auch die Alte Baderei. Von 10 bis 17 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, das Haus zu besichtigen. Im vergangenen Jahr informierten sich rund 200 Besucher bei Führungen mit Familie Pfeuffer über das Gebäude, das zu den bedeutendsten Barockbauten der Stadt zählt.

Die Baderei war einst ein Wannenbad mit Wechselbädern und Sauna, städtisches Eigentum und regelmäßig verpachtet. Die Bader fungierten als Friseure und Masseure sowie als medizinische Helfer bei Mensch und Tier.

Am Denkmaltag wird unter anderem auch 10 Uhr eine Führung durch die historische Altstadt von Rochlitz angeboten. Der Denkmalpflegehof in Altzschillen öffnet 10 bis 17 Uhr. (fmu)

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