Angebot zu Schulübernahme steht längst nicht mehr

Die Offerte aus Rochlitz, die von der Schließung bedrohte Bildungseinrichtung in Wechselburg zu übernehmen, ist passé. Stattdessen haben die Stadträte die Basis zum Ausbau von Grundschule und Hort geschaffen.

Rochlitz/Wechselburg.

Die Stadt Rochlitz wird das Grundstück Poststraße 18/20 zum Preis von rund 37.500 Euro erwerben, um dort Räume für Grundschüler und Hortkinder auszubauen. Das hat der Stadtrat am Dienstagabend beschlossen. Gleichzeitig gab OB Frank Dehne (parteilos) bekannt, dass das Mitte Februargemachte Angebot,bei einem Zusammenschluss die von der Schließung bedrohte Wechselburger Grundschule zu übernehmen, aufgehoben ist."Wechselburg hat sich bezüglich einer Eingemeindung nicht positioniert und ist insgesamt nicht auf das Angebot eingegangen. Deshalb habe ich Bürgermeisterin Renate Naumann per Brief am 17. Mai mitgeteilt, dass die Offerte nicht mehr steht", so Dehne.

Im Februar hatte er den Erhalt der Wechselburger Grundschule und zudem die Finanzierung dringend notwendiger Sanierungen im Haus zugesichert. Die Schule hätte dann aus Sicht Dehnes Kinder aus Rochlitzer Ortsteilen aufnehmen können, was die aus allen Nähten platzende Rochlitzer Grundschule entlastet hätte. Nun gibt die Stadt dagegen Geld in Rochlitz aus, für Grundstückserwerb und den folgenden Ausbau der Immobilie.


Erst in der vergangenen Woche hatte der Wechselburger Gemeinderat über das - zu der Zeit schon gar nicht mehr bestehende - Angebot von Rochlitz abgestimmt. Die Mehrheit war dagegen. "Schule und Eingemeindung sind zwei Paar Schuhe. Wir haben mit dem Beschluss vor allem einer Fusion mit Rochlitz eine Absage erteilt", erklärte gestern Gemeinderat Toni Knorr (CDU). Aus seiner Sicht sei eine Schulrettung über die Bildung eines Schulbezirks mit Rochlitzer Ortsteilen ohnehin unrealistisch gewesen.

Wechselburgs Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) erklärte gestern, dass der Brief Dehnes den Gemeinderäten bekannt war. "Aber, er ist in der Ich-Form geschrieben, es ist nicht erkennbar, ob das nur Herrn Dehnes Meinung ist oder ob ein Stadtratsbeschluss dahinter steht", so Naumann. Dass sie den zur Gemeinderatssitzung anwesenden Eltern nichts von der Aufhebung der Rochlitzer Offerte sagte, begründete sie damit, dass bezüglich der Schule dieses Jahr ohnehin alles gelaufen sei und keine erste Klasse gebildet werden könne. Die Eltern hatten zuvor um Information zur Lage der Grundschule und zum weiteren Fortgang, wie bereits in den beiden vorangehenden Sitzungen, gebeten. "Alle Gemeinderäte wussten von dem Brief. Es ist keiner auf die Idee gekommen, dass wir ihn veröffentlichen müssen", betonte sie.

Unterdessen erklärte gestern der Rochlitzer CDU-Fraktionschef Martin Grzelkowski, dass der Stadtrat von Anfang an in das von Dehne unterbreitete Angebot einbezogen war und jetzt auch die Aufhebung im Konsens mit dem Ältestenrat geschehen sei. "Wir hätten die Lösung für gut befunden, mussten aber jetzt für unsere Schule denken und entsprechend entscheiden."


Kommentar: Keinguter Stil

Das Rochlitzer Angebot zur Schulrettung hat für Aufregung gesorgt. In der Gemeinderatssitzung ist sogar über die bereits nicht mehr stehende Offerte abgestimmt worden. Es ist unglaubwürdig, wenn die Bürgermeisterin sagt, keiner sei auf die Idee gekommen, sich dazu zu äußern. Sich zudem noch auf die Ich-Form in Dehnes Brief zu berufen, ist lächerlich. Denn auch das Schreiben mit der Rochlitzer Offerte vom Februar war so gehalten. Die Eltern hätten eine ehrliche Aussage von Naumann und damit wenigstens eine Antwort auf ihre vielen Fragen verdient. Statt dessen mauert die Bürgermeisterin. Das ist kein guter Stil und wirft ein schlechtes Licht auf den gesamten Gemeinderat, in dem man sich wahrlich sehr um den Erhalt der Bildungseinrichtung bemüht hat.

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