Bäume in Eile gefällt - nun wird in Rochlitz neu gepflanzt

Das Areal am Bahnhofsvorplatz ist saniert und neu gestaltet worden. Was im Sommer schief gelaufen war, soll nun korrigiert werden. Wegen der Klimaveränderung ist einiges zu beachten.

Rochlitz.

Der Rochlitzer Platz Am Bahnhof war jahrzehntelang alles andere als ein Hingucker. Doch das hat sich geändert. Das unter Denkmalschutz stehende Areal erhielt eine Rundum-Kur verordnet, im Frühjahr wurden der Denkmalsockel und der Weg zum Denkmal in Stand gesetzt. Die Koniferen auf der Grünfläche sind entfernt und durch neue Kirschbäume ersetzt. Die Grünfläche selbst erhielt neuen Mutterboden und neuen Rasen. Rund um den Platz entstand ein neuer Fußweg. Doch bei den Bauarbeiten gab es keine Probleme.

Um den neuen Fußweg gestalten zu können und die laufenden Bauarbeiten nicht zu unterbrechen, ließ die Stadt im Juli zehn Linden fällen. Die Kritik aus dem Stadtgebiet ließ nicht lange auf sich warten, denn die Verwaltung hatte es versäumt, die Baumfällung in der dafür erlaubten Zeit im Herbst/Winter zu organisieren. Für de Fußwegbau mussten kurzerhand die Bäume weichen, da die Wurzeln weit an der Oberfläche lagen und so den Fußwegbau behindert hätten. "Wir wollten die Bauarbeiten nicht einstellen und keine Extra-Kosten verursachen", hatte Cornelia Quaas, Chefin des Amtes für Bauen und Stadtentwicklung, zur Stadtratssitzung am 22. August erklärt, Fehler eingestanden und sich für Versäumnisse entschuldigt. Wie sie informierte, habe es kurz vor dem Fällen eine Ortsbegehung mit Vertretern der zuständigen Naturschutzbehörde, dem Baumsachverständigen des Bauhofes und dem Chef der Baufirma gegeben. Danach habe man die Entscheidung zum Fällen der Linden getroffen, die den Angaben zufolge krank waren. Gleichzeitig sei festgelegt worden, dass die Stadt umgehend den Antrag stellt, eine Fällgenehmigung zu erhalten, so Quaas. Für ihr Eingeständnis und die offenen Worte bekundeten viele Stadträte ihr gegenüber Respekt.

"Wir wollen nun in Ordnung bringen, was schief gelaufen war", sagte Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) zur jüngsten Stadtratssitzung. Die Räte stimmten dem Pflanzen von 15 neuen Bäumen zu. Zu entscheiden sei noch, welche Baumarten sich eignen. "Denn aufgrund der Klimaentwicklung müssen die Bäume viele Anforderungen erfüllen", begründete der OB. Sie sollten frosthart, für enge Straßenbereiche geeignet und nicht empfindlich gegen Streusalz und Bodenverdichtung sowie andere Umwelteinflüsse sein.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen die neuen Bäume im Oktober beziehungsweise im November gepflanzt werden. Das Geld dafür stehe im aktuellen Haushalt der Stadt Rochlitz bereit, wurde in der Ratssitzung mitgeteilt.

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