Behörden streiten um Hauptstraße

Wenn es nach dem Landkreis geht, ist Niederfrohna künftig für den Winterdienst auf der Ortsdurchfahrt zuständig. Die Gemeinde will dies aber nicht hinnehmen.

Niederfrohna/Limbach-O..

Als Niederfrohnas Bürgermeister Klaus Kertzscher Post vom Zwickauer Landratsamt erhielt, verschlechterte sich seine Laune erheblich. Denn das Schreiben erhielt eine unliebsame Nachricht: Der Landkreis Zwickau beabsichtigt, die Niederfrohnaer Ortsdurchfahrt von einer Kreis- zu einer Gemeindestraße herabzustufen. Betroffen ist der Abschnitt von der Limbach-Oberfrohnaer Ortsgrenze bis zur Wetzelmühle.

Was nach einer reinen Formalie klingt, hat handfeste Konsequenzen. Denn wer für eine Straße zuständig ist, der muss sie auch pflegen, also etwa für Sanierungsmaßnahmen und den Winterdienst aufkommen. Für den Fall, dass Niederfrohna diese Aufgaben künftig übernehmen soll, wäre die Gemeinde überfordert, sagt Kertzscher. "Wir können das so nicht hinnehmen. Wir wissen nicht, wie wir die Straße mit unseren drei bis vier Bauhof-Mitarbeitern in Ordnung halten sollen." Der Bauhof besitze zum Beispiel gar kein geeignetes Fahrzeug, um im Winter eine vergleichsweise breite Straße wie die Ortsdurchfahrt zu räumen und zu streuen.


Der Landkreis argumentiert laut Kertzscher, dass die Ortsdurchfahrt wegen des Baus der Umgehungsstraße an Bedeutung verloren habe. Doch der Bürgermeister lässt diese Sichtweise nicht gelten. Limbacher Straße, Obere und Untere Hauptstraße seien nach wie vor als Durchgangsstraßen und Autobahn-Zubringer wichtig. Zudem ärgert sich Kertzscher darüber, dass das Begehren gerade jetzt kommt. Zwar hat der Landkreis mehrere Abschnitte der Ortsdurchfahrt in den vergangenen Jahren ausbauen lassen, doch zwei Teilstücke befinden sich noch in äußerst schlechtem Zustand.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Niederfrohna und der Landkreis um den Status der Ortsdurchfahrt streiten. 2014 war bereits die Untere Hauptstraße zwischen Wetzelmühle und Ortsausgang in Richtung Tauscha herabgestuft worden. Damals protestierte Kertzscher und forderte eine Sanierung. Der Kreis widersprach: Er sei seiner Pflicht zur Unterhaltung der Straße stets nachgekommen. Wenn im nächsten Jahr ein Abschnitt vor der Wetzelmühle saniert wird, muss die Gemeinde dafür aufkommen. Auch dieses Mal hat Kertzscher dem Kreis schriftlich geantwortet und gebeten, Abstand von dem Vorhaben zu nehmen. Eine Reaktion steht noch aus. Auch auf eine Anfrage der "Freien Presse", die am 13. November verschickt wurde, hat der Landkreis bislang nicht geantwortet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...