Damit auch die Kleinsten gehört werden

An der Rochlitzer Grundschule arbeitet ab September ein Sozialarbeiter. Solche Angebote gab es bislang nur an Oberschulen und Gymnasien. Doch bei den Jüngsten gibt es ebenfalls Bedarf.

Rochlitz.

Er soll das Sprachrohr der Kinder sein. Sie fördern und fordern, ihre Interessen vertreten, bei Problemen helfen und in Konfliktsituationen dazu beitragen, eine Lösung zu finden. Künftig wird an der Rochlitzer Regenbogen-Grundschule ein Schulsozialarbeiter im Einsatz sein. Das Angebot, das es bisher fast nur an Oberschulen und Gymnasien gibt, soll für die Kleinsten etabliert werden, um ihnen den Weg in die schulische Laufbahn zu ebnen.

"Der Schulsozialarbeiter wird ab 1. September täglich in der Schule sein. Er ist vor Unterrichtsbeginn da und auch danach noch vor Ort", sagt Marcel Berger, Sozialpädagoge beim Rochlitzer Jugendladen, in dessen Trägerschaft das Projekt laufen wird. Auf dem Hof hinter dem Schulgebäude ist für den Schulsozialarbeiter ein Bürocontainer aufgebaut worden. Den hat die Stadt bereit gestellt. Zudem fördert das Rathaus das Projekt finanziell. Denn mit Fördergeld, das das Landratsamt ausreicht, können nur 30 Stunden Schulsozialarbeit in der Woche an der Einrichtung abgedeckt werden. Weitere 10 Stunden bezahlt die Stadtverwaltung, erklärt Marcel Berger. "Denn der Schulsozialarbeiter soll auch in Projekte außerhalb der Schule eingebunden werden, wie beispielsweise das Benefizkonzert, Kontakt zu den Vereinen halten und vielleicht Schüler dahin vermitteln", so Berger.

Vorgesehen ist, dass der 36-Jährige, der die Stelle übernehmen wird, zum einen bei den großen Pausen mit den Kindern zusammen ist und sein Bürocontainer offen steht. Er soll aber auch mit den Lehrern eng zusammenarbeiten und sich auch bei den Elternabenden den Familien vorstellen. "Denn bei so kleinen Kindern wird der Kontakt von dem Schulsozialarbeitern zu den Eltern stärker sein, als bei Schülern in der Oberschule", sagt Berger. "Schulsozialarbeit in der Grundschule ist eine Herausforderung, weil die Kleinen sich gegenüber Erwachsenen noch nicht so artikulieren können, wie Jugendliche." Allerdings gelte dennoch der Grundsatz, dass der Schulsozialarbeiter der Schweigepflicht unterliege. Nur so sei es möglich, den Kindern Sicherheit zu geben und ihr Vertrauen zu gewinnen.

Der Ansatz, der mit dem Projekt an der Grundschule verfolgt wird, ist ein präventiver. "Denn Probleme, zum Beispiel familiäre, fangen nicht erst an einer weiterführenden Schule an", erklärt Berger. Hauptanliegen ist es aber auch, die Jungen und Mädchen in ihrer Entwicklung zu fördern, mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. "Sozialkompetenz kann man trainieren. Es geht dabei um grundlegende Fragen zum Umgang miteinander und zum Lösen von Konflikten", sagt Beratungslehrerin Kathrin Hupfer. Sie sei froh, dass das Projekt an der Rochlitzer Grundschule startet. "Auch über die zusätzlichen Stunden, die die Stadt ermöglicht, freuen wir uns ganz sehr."

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