Das große Wenden vor dem Bauzaun

Die B 175 in Rochlitz ist von der Zwickauer bis zur Leipziger Straße gesperrt. Die Umleitung führt ab Kreuzung Grüne Tanne in Mutzscheroda über Geithain. Doch das ignorieren viele Autofahrer.

Rochlitz.

Zügig braust eine Autofahrerin auf der B 175 am Rochlitzer Schloss vorbei Richtung Innenstadt und muss am Mühlplatz recht scharf abbremsen und wenden. Denn dort steht seit Montag ein Bauzaun. Im Bereich Zwickauer Straße bis zur Ampelkreuzung an der Leipziger Straße werden Glasfaserkabel für den Breitbandausbau verlegt - bis zum 25. Oktober ist dort die Straße für den Verkehr voll gesperrt. Darauf verweisen Umleitungs- und Sackgassenschilder aus beiden Richtungen; von der A 72 aus unter anderem an der Kreuzung Grüne Tanne in Mutzscheroda, wo der Verkehr über Geithain nach Rochlitz geleitet wird. Dennoch rollen am Montagmittag in Schüben je vier bis sechs Autos den Berg hinunter, um dann vor dem Bauzaun mit Sperrscheibe zu wenden.

"Ein Umleitungsschild? Habe ich nicht gesehen. Ich bin nicht von hier, wie komme ich denn nun weiter", fragt eine Fahrerin. Der nachfolgende Lieferwagen-Fahrer hat sich auf sein Navi verlassen, ein weiterer Autofahrer sagt: "Es stand auf dem Schild, dass durch Ortsdurchfahrt gesperrt ist, aber doch nicht gleich vom Ortseingang an." Auf die Frage, ob sie das Sackgassenzeichen und das Umleitungsschild nicht gesehen habe, antwortet eine Frau, das habe sie wohl. "Aber man kann ja mal schauen, wie weit man kommt. Und es lief ja auch eine ganze Weile. Nun ist aber doch Schluss", sagt sie. Und auch, dass sie anderen Autos einfach hinterhergefahren sei in der Hoffnung auf Insiderkenntnisse oder Schleichwege.

Mit diesen Gedanken war sie ganz offenbar nicht allein, denn immer wieder landen Fahrzeuge in der "Wendefalle". Das, so ein Mitarbeiter der Firma Bagera, die die Arbeiten ausführt, habe am Morgen sogar zu einem Stau innerhalb des Baustellenbereichs geführt, weil Autofahrer von beiden Seiten die Sperrung nicht ernst nahmen und am Zaun - zum Teil auf dem Fußweg - vorbeifuhren. "Die Polizei war da, da sind sicher einige auch abgestraft worden", so der Bauarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Wie der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne mitteilte, werde die Polizei in dem Bereich weiterhin sporadisch Kontrollen vornehmen.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    VaterinSorge
    15.10.2019

    Es ist einfach nervig und man wird sich nicht daran gewöhnen können. Das Problem ist einfach, dass es gefühlt überall geschieht, erst einmal überall abgesperrt wird und die Bauarbeiten viel, viel zu lange dauern. Hier müsste man wirklich mal in die Tiefe gehen und noch Effizienz, Qualität und Quantität prüfen, ob das alles so sinnvoll ist, wie die Kommunalpolitiker so tun. Normaler Weise müsste man sofort allen Baufirmen sämtliche Aufträge entziehen, sie zwei Monate warten lassen und dann nach Effizienz alle Aufträge neu vergeben. Dieses Gestückel bringt doch sowieso nix.



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