Die Ameisen von Kriebstein

Emsig arbeitet das Team des Zweckverbands der Talsperre an den Saisonvorbereitungen. Bald soll die Flotte in See stechen.

Kriebstein.

Der Chef steht mittendrin, das Telefon stets griffbereit. "Es geht hier gerade zu wie in einem Ameisenhaufen", sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbands Talsperre Kriebstein. Vom Büro aus blickt er aufs schimmernde Wasser. An Nickerchen und Ausspannen ist aber gerade nicht zu denken. Saisonvorbereitung an der Talsperre, da haben die 17 festangestellten Mitarbeiter gut zu tun. Am Montag, 1. April, also in genau drei Wochen, nehmen die Schiffe offiziell den Betrieb auf. Bei schönen Wetter lässt Caro sie aber auch schon am Wochenende davor, also dem 30. und 31. März, in See stechen. Bis dahin bleibt noch allerhand zu tun.

Noch liegen die Kolosse am Ufer. Ruhig ist es aber nur von außen. Der Chef erklimmt ein Treppengestell, das an der "Kriebstein" steht, klettert hoch, geht ins Schiff. Wo sonst Fahrgäste laufen, sind nun Luken geöffnet, die in den Schiffsbauch führen. Dorthinein haben sich Mitarbeiter einer Werft gezwängt. Sie sind dabei, die komplette Wasserleitungsanlage des Schiffs auszutauschen. Nach gut 40 Jahren in Betrieb sind die Leitungen zugesetzt.

Der Austausch, sagt Caro, ist höchste Zeit. Immer wieder blickt er aufs Telefon-Display, dass ihm der erwartete Anruf nicht durch die Lappen geht. Nicht nur in der "Kriebstein", die bald Ausflügler über die Talsperre schippert, wird gewerkelt. Die Motorfähre "Höfchen", bald wieder für Wanderer von der Mittweidaer Aue bis zur Staumauer im Linienbetrieb, bekommt eine technische Generalüberholung. Der aufgearbeitete Motor ist eben von der Werft nahe Berlin zurückgekehrt, aber wegen Erkrankung eines Kranfahrers steht noch kein Kran zur Verfügung, den Motor zurück ins Schiff zu hieven. "Ich kann den Motor doch nicht zurückschicken", sagt Caro. Ersatz ist angefragt. Und schließlich wird doch noch das Telefon klingeln.

Also können die Schiffe bald zu Wasser gelassen werden. Auch das wird noch einmal knifflig. "Die müssen in den nächsten Tagen rein", sagt Caro. Die Hygiene-Abnahme ist auch noch zu machen. Aus fünf Schiffen besteht die Flotte, im Vorjahr haben sie mehr als 100.000 Passagiere über die Talsperre gefahren, es war ein sehr erfolgreiches Jahr, sagt Caro, und hofft auf Wiederholung. Er setzt darauf, dass mittelfristig auch der neue Hafen Zulauf bringt. Für 2,2 Millionen Euro werden ein neuer Fähranleger, eine stabile Ufermauer und eine ansehnliche Uferpromenade entstehen. Für barrierefreien Zugang sorgt ein Aufzug. Im Herbst, sagt Caro, starten die Arbeiten - wenn alle Genehmigungen und Fördermittelbescheide vorliegen. Mit dem neuen Anleger können dann auch private Sportboote am Hafen festmachen. "Der Bedarf", sagt Caro, "ist riesengroß".

Die Schifffahrt auf der Talsperre beginnt am 1. April, bei schönem Wetter am 30. März. Die offizielle Saisoneröffnung mit dem Osterhasen ist für Karfreitag, 10 Uhr, vorgesehen.

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