Dürre hinterlässt auch Spuren auf veganem Hof

Etwa auf die Hälfte des Getreideertrags muss Öko-Landwirt Daniel Hausmann in Breitenborn verzichten. Dafür hilft ihm ein anderes Standbein.

Breitenborn.

In der sengenden Mittagssonne ist gestern Daniel Hausmann auf den Feldern seines Bauernhofes in Breitenborn unterwegs gewesen. Diesmal jätete er aber kein Unkraut, sondern stellte dem Landtagsabgeordneten Henning Homann aus Döbeln seinen Betrieb vor. Der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Mittelsachsen wollte unter anderem wissen, wie sich ökologischer Anbau mit wirtschaftlichem Erfolg kombinieren lässt.

Landwirt Daniel Hausmann hat 2012 den Hof übernommen und bewirtschaftet ihn gemeinsam mit seiner Mutter. Der 27-Jährige arbeitet vegan. Er hält keine Tiere und setzt keine Tierprodukte ein. Zudem sind die Erzeugnisse "bio", es werden keine Pestizide oder chemisch-synthetische Dünger verwendet. Gedüngt wird mit kompostiertem Kleegras. Zum Hof gehören 25 Hektar. Auf rund 20 wird Getreide angebaut, hauptsächlich Weizen und Hafer. Auf einem dreiviertel Hektar wächst Gemüse in rund 40 Sorten. Grünland und Streuobstwiesen machen die übrige Fläche aus.

Auch dem Breitenborner Hof mache die Trockenheit zu schaffen, so Hausmann. "Beim Getreide wird ein Kilopreis gezahlt. Da müssen wir die Ertragseinbußen hinnehmen", berichtet er. Das Getreide geht an den Großhandel. In diesem Jahr falle etwa die Hälfte des Ertrages weg. Beim Gemüse sähe es besser aus. Sorten wie Tomaten, Gurken und Zucchini gefalle die Wärme. Frisch Gepflanztes wie Salat oder Fenchel habe indes Probleme beim Wachsen, hier müsse er gießen. Der Ertrag bei den noch nicht geernteten Kartoffeln lasse sich noch nicht schätzen.

Mit Gemüse bestückt Hausmann pro Woche rund 50 Kisten, die er zu Privatkunden in Leipzig fährt. Wenn in der Urlaubszeit weniger gekauft wird, versendet er auch Pakete an Besteller in anderen Orten. Auch an vegane Restaurants liefert er. Durch die Sortenvielfalt sei Hausmann flexibel. "Beim Gemüse haben wir denselben Umsatz wie immer, das rettet uns durch das Jahr."

Der Bauer geht auch neue Wege. Aus angebautem Dinkel will er in diesem Jahr erstmals Nudeln machen. Und um künftig mehr Wasser zu haben, möchte er im nächsten Jahr den Brunnenbau angehen.

Auch auf Herausforderungen kam er mit Politiker Homann zu sprechen. Anders als im alten Bundesgebiet gebe es wenige Betriebe im Osten Deutschlands, die Waren aus dem Öko-Landbau verarbeiten, erläuterte Hausmann etwa. Sein Getreide lasse er in Gera verarbeiten.

Den Ansatz von Hausmann bezeichnete Henning Homann als innovativ. "Ich bin von dem Enthusiasmus beeindruckt, dass jemand sagt, er geht seinen Weg." Es wäre schön, wenn es in einigen Jahren noch mehr funktionierende Produktionsnetzwerke in näherem Umkreis geben würde, meinte er.

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