Ein Dankeschön für fleißige Peniger

Einwohner, die sich in ihrer Freizeit für das Wohl der Stadt engagieren, sind gestern Abend im Rathaus ausgezeichnet worden. Die Muldestadt hat dafür erstmals eine ganz neue Form gewählt.

Penig.

Für 20 Einwohner Penigs und der Ortsteile war der gestrige Abend ein ganz besonderer. Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) hatte sie zu einem Empfang in den Ratssaal eingeladen, um ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken und es zu würdigen.

"Es gibt in Penig derzeit 59 eingetragene Vereine, die sich für unser Gemeinwohl auf sehr vielen Gebieten einsetzen", sagte Eulenberger. Wenn man davon ausgehe, dass mehr als 2000 Mitglieder in diesen Vereinen organisiert seien - und das bei einer Einwohnerzahl von aktuell 8801 - dann könne man daran unschwer erkennen, welchen großen Stellenwert das Vereinsleben in der Region habe. "Aber nicht nur die organisierten Kümmerer helfen uns bei der Bewältigung der kleinen und manchmal auch größeren Aufgaben." Auch andere sind aktiv.

So würden beispielsweise Rasenflächen gemäht, Blumenschalen bepflanzt und gegossen oder Rabatte liebevoll gepflegt. Aber auch Kinder- und Jugendgruppen würden ehrenamtlich im Sport oder beim Show-Tanz trainiert und zu Höchstleistungen motiviert. Zudem würden kleine Ausstellungen ortsansässiger Künstler organisiert, sodass die Einwohner auch in Penig Kunst und Kultur genießen können. "Auch touristische Angebote wie unsere Kellerberge können wir nur durch das ehrenamtliche Engagement unserer Bergführer dauerhaft aufrechterhalten", sagte der Bürgermeister. Ohne die vielen Helfer wäre das alles nicht möglich. Deshalb wollen der Stadtrat, die Bürger und er selbst einfach auf diesem Weg Danke sagen.

Bisher fanden diese Ehrungen bei einer Stadtratssitzung statt. Da Penig nun aber erstmals vom sächsischen Sozialministerium ein Budget von 1800 Euro für diesen Zweck erhielt, wurde in der Verwaltung über ein neues Format nachgedacht, um die Aktiven der Stadt noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken und Gelegenheit zu bieten, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. "Wir haben in der Vergangenheit vielfältige Formate zur Würdigung des Ehrenamtes ausprobiert. Leider ist das Vereinsfest nicht dauerhaft auf gute Resonanz gestoßen. Auch die Ehrung in einer Stadtratssitzung erschien uns nicht mehr als der richtige Rahmen für eine Würdigung bürgerschaftlichen Engagements", so der Bürgermeister.

Im Vorfeld der gestrigen Auszeichnungsveranstaltung waren die Peniger aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten, wer die Ehrung erhalten könnte. Laut Stadtverwaltung waren 20 Nominierungen eingegangen - sowohl "für eine sehr aktive Vereinstätigkeit als auch für anderweitiges Engagement für die Stadt".

Sachsenweit engagieren sich rund zwei Drittel der Bürger regelmäßig in einem Ehrenamt - ob in einer kleinen Selbsthilfegruppe, in einem Verein oder bei einem großen Wohlfahrtsverband, erklärt die sächsische Staatsregierung in einer Mitteilung. In diesem Jahr erhalten die Landkreise und kreisfreien Städte deshalb jeweils 100.000 Euro zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Mit der Unterzeichnung einer Richtlinie hatte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) im Frühjahr dafür den Weg freigemacht. "Das Ehrenamt ist für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbar. Es ist vielfältig und außerordentlich wertvoll", so die Ministerin damals. Mit dem zusätzlichen Ehrenamts-Budget könne die Grundlage geschaffen werden, dass eigene Projekte in den Regionen möglich werden oder auch ein lang geplantes Vorhaben umgesetzt werden könne.


Der Wanderwegewart

Hermann Richter ist seit 50 Jahren ehrenamtlicher Wanderwegewart und betreut 40 Kilometer Wanderwege. "Laufen kann ich diese Strecken nun nicht mehr. Ich bin aber regelmäßig mit meinem Moped und dem Hänger unterwegs", sagt der 77-Jährige. Dabei führt er Wartungsarbeiten durch, beräumt Müll. "Dinge, die ich nicht machen kann, melde ich der Stadt." Der Bauhof kümmere sich dann. Solange es gesundheitlich noch geht, wolle er weitermachen. (ule)


Die Hobbygärtnerin

Kerstin Herfurth arbeitete in der Papierfabrik und ging dieses Jahr in den Ruhestand. Die Hobbygärtnerin hatte jahrelang die Staudenrabatten im Flinschgarten in ihrer Obhut. Sie habe festgestellt, dass der hintere Bereich der Parkanlage zwischen Uttenweiler Weg und Mühlberg verwuchert ist. "Das hat mir leid getan", sagt die 62-Jährige. Rund 40 Stunden seien an Pflegearbeiten bereits zusammengekommen. Ihr Credo: "Der Park gehört uns, denn die Stadt sind wir." (ule)


Der Platzwart

Dietmar Gräfe ist Gründungsmitglied des 1. BSV Wacker in Langenleuba-Oberhain. Seit 1980 hat der heute 65-Jährige schon viele Funktionen bekleidet. Er war Vorsitzender, Stellvertreter, Trainer, Schiedsrichter und Platzwart. Heute sorgt er sich um die Pflege des Rasens. "Als Rentner nehme ich mir die Zeit und kümmere mich im Sommer darum", sagt er. Denn diese Arbeiten seien abhängig vom Wetter, müssten erledigt werden, wenn sie anfallen. (ule)

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