Ein Leben für die Heimatgeschichte

Der frühere Schuldirektor und Hobbyhistoriker Siegfried Störzel wäre am Dienstag 100 Jahre alt geworden. In Ringethal wollen Vereine die Erinnerung an ihn wach halten.

Ringethal.

Am heutigen Dienstag, 17 Uhr, soll mit einer Kranzniederlegung zu Ehren von Siegfried Störzel auf dem Ringethaler Friedhof dem im August 2019 verstorbenen Heimathistoriker gedacht werden. Dabei ist es nur der Coronakrise geschuldet, dass die Gemeinschaftsaktion des Fördervereins Schloss Ringethal und des Heimatvereins Ringethal nicht darüber hinaus geht. Ursprünglich war laut Sabine Herzberg vom Schloss-Verein eine Ausstellung im Schloss geplant, die dem Wirken des Heimatforschers gewidmet sein sollte.

Die sei nun verschoben auf kommendes Jahr. An Material dafür sollte es zumindest nicht mangeln. Denn Studienrat Siegfried Störzel hat nach Schätzungen rund 2000 Publikationen hinterlassen in Form von Büchern, Broschüren und Zeitungsartikeln, die unter anderem in der "Freien Presse" erschienen sind. Diese waren zum Beispiel der Geschichte der Talsperre Kriebstein gewidmet. Gestützt auf die historischen Beiträge des Ringethaler Ortschronisten Siegfried Störzel erschien 2005 die im Chemnitzer Verlag herausgegebene Broschüre "Die Talsperre Kriebstein - Geschichte und Geschichten". Ringethal verdankt dem 1920 in Hütten bei Königstein geborenen Störzel auch eine nahezu lückenlose Ortschronik.

Mit dem Mittweidaer Ortsteil war der berufliche Werdegang Störzels eng verbunden. Ende 1945 übernahm er als "Neulehrer" die Schulleiterstelle in Seifersbach. Im Fernstudium qualifizierte er sich zum Fachlehrer für Deutsch und Geografie. Ab 1952 übernahm Störzel als Schuldirektor die Schule im Schloss Ringethal. Sein Anteil am Umbau des ehemaligen Herrenhauses zur Schule gilt als maßgeblich. Als Schulrat und zuvor als Kreisschulinspektor war er bis zu seiner Verrentung 1985 tätig. Und auch im Ruhestand war Störzels Wissen um die Regionalgeschichte gefragt. In Vorbereitung auf das Jubiläum 150 Jahre Ringethaler "Schule am Berg" im Jahr 2019 entstand mit seiner Hilfe ein Hörbuch, welches die Geschichte des Hauses wiedergibt.

Gut in Erinnerung geblieben ist Störzel auch dem ehemaligen Stadtarchivleiter von Mittweida, Benny Dressel, sowie dem Mittweidaer Historiker und Ex-Museumsleiter Heiko Weber. "Für uns war er stets eine Hilfe bei der Lösung regionalhistorischer und volkskundlicher Fragen", so Weber. Höhepunkt der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sei im Jahr 2009 die Herausgabe des Bildbandes "Mittweida - Album. Bilder einer 800-Jährigen" gewesen. "Störzels Präzision, fußend auf einem unglaublich vielseitigen Bildungsgrad, machte ihn zu einem in jeder Hinsicht geschätzten Partner", erinnert sich Heiko Weber.

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