Eisenberg begeistert mit Spiel auf der Königin der Instrumente

180 Besucher sind zum Freitagskonzert in die Rochlitzer Kunigundenkirche gekommen, um den Organisten zu hören.

Rochlitz.

Stücke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger sowie eigene Improvisationen hat am Freitagabend Kirchenmusikdirektor Matthias Eisenberg auf der Orgel in der Kunigundenkirche in Rochlitz gespielt. Eisenberg, einer der bedeutendsten Organisten der Gegenwart, trat dabei im Rahmen der Reihe Freitagskonzerte auf. Im Mai 2009 ins Leben gerufen, war es bereits das 68. derartige Konzert. Rund 180 Zuhörer zog der Organist, der bei den Improvisationen auch auf Wünsche einging, in die Kirche.

"Ich besuche zwar nicht jedes der Freitagskonzerte, Matthias Eisenberg zu hören, ist aber ein Muss", sagte ein Besucher, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Begeistert zeigte sich auch Andreas Hickel aus Rochlitz "Es ist für mich das musikalische Ereignis in der Stadt in diesem Jahr. Genial, dass so ein Musiker hier auftritt."


"70 Konzerte sind eine ordentliche Zahl."

Der bekannte Organist Matthias Eisenberg hat in Rochlitz gespielt. Darüber und über die Freitagskonzerte sprach Babette Philipp mit Kantor Jens Petzl.

Freie Presse: Herr Petzl, was hat Ihnen am Konzert von Matthias Eisenberg am besten gefallen?

Seine Improvisationen sind einfach beeindruckend, sein Reger grandios. Für mich selbst sind alle Konzerte, besonders dieses, wie Unterricht. Man lernt eine Menge, als Registrant und "Notenwender". Im Übrigen ist Eisenberg ein ungemein unprätentiöser Mensch. Das macht es angenehm am Orgeltisch neben ihm zu stehen.

Jens Petzl: Wie lange versuchen Sie schon, den bekannten Organisten für einen Auftritt in Rochlitz zu gewinnen?

Unser Konzert ist kurzfristig durch Vermittlung eines höchst engagierten Gemeindegliedes zustande gekommen. Der Kontakt mit Prof. Eisenberg war schnell und unkompliziert.

Als sie im Sommer 2008 Ihr Amt als Kantor in Rochlitz antraten, sahen Sie eine der Hauptaufgaben darin, dass die Orgeln im Kirchenbezirk so oft wie möglich gespielt werden. Ist das gelungen?

Mit einer Zahl lässt sich das nicht beantworten, aber ich denke, dass es keine Orgel gibt, die über längere Zeit schweigen musste. Was uns fehlt, sind Menschen, die die das Instrument spielen. Die Möglichkeit, das zu erlernen, wird angeboten. Es lohnt sich!

Seit 2009 gibt es die Freitagskonzerte. Wie kamen sie darauf und was wollen Sie erreichen?

Oft sind die Wochenenden als klassische Termine besetzt. Der Freitagabend bot sich sozusagen als Eröffnung des Wochenendes an.

Hat sich die Reihe etabliert?

Nun, 70 Konzerte sind eine ordentliche Zahl. Ich denke, manchen Menschen würden die Musiken fehlen. Anderen sind sie gleichgültig, leider. Aber wir machen die Reihe zuerst aus der Motivation des "Gotteslobes" heraus, so wie es Johann Sebastian Bach auch getan hat.

Liegt der Schwerpunkt auf Orgelmusik?

Das kann man schon sagen, Orgel pur oder in Variationen. Aber wenn es sich realisieren lässt, haben auch Ensembles oder Chöre ihren Platz.

Welche anderen hochkarätigen Musiker sind bereits in Rochlitz aufgetreten?

Hochkarätig, nun ich würde sagen, unsere Gäste sind durchweg gute Musiker, manche sind halt mehr oder minder bekannt. Ich will und werde hier nichts kategorisieren, ich bin immer wieder voll Bewunderung für die Kolleginnen und Kollegen.

Es gab Zeiten, in denen Eintritt erhoben wurde. Das ist in jüngster Zeit nicht mehr so. Warum und decken die Spenden die Kosten?

Die Finanzierung setzt sich aus Eigenmitteln, Einnahmen und Zuschüssen vom Kulturraum (rund 30 Prozent), sowie einem mittleren dreistelligen Betrag der Stadt Rochlitz zusammen. Unser Etat ist klein, die Honorare oft nicht wirklich angemessen. Wir wollen keinen Gewinn machen. Eintritt verlangen wir nur, wenn die Kosten absehbar nicht durch Spenden gedeckt werden können.

Am 3. August gibt es das 70. Freitagskonzert. Wo wird es stattfinden und wer wird auftreten?

Es wird eine Orgelmusik in der Kunigundenkirche sein, gespielt vom hiesigen Kantor.

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