Fischzüchter sehnen Regen herbei

Eine so kritische Situation wie derzeit haben die Teichwirtschafter Volker Fuhrmann und Gunter Schlegel seit der Gründung ihres Unternehmens noch nicht erlebt. Bleibt es weiter heiß, dann steht ihre berufliche Existenz auf dem Spiel.

Schweikershain/Schwarzbach.

Der kurze Sprühregenschauer am gestrigen Morgen hat an der prekären Situation nichts ändern können: "Die vier, fünf Tropfen bringen gar nichts. Es müsste schon mal längere Zeit stark regnen", sagt Volker Fuhrmann, der mit seinem Kollegen Gunter Schlegel und dem weißen Firmentransporter gerade am kleineren der beiden Schwarzbacher Teiche angekommen ist. Auf der Ladefläche haben sie Fischfutter mitgebracht. Normalerweise würden die Räder an dieser Stelle bereits im Wasser stehen. Doch die Hitze der vergangenen Wochen hat den Wasserspiegel um etwa 40 Zentimeter gesenkt. So können sie über den zerfurchten Schwemmboden bis ans Wasser fahren. Die Fischzüchter blicken mit Sorge auf den Teich, denn so etwas gab es noch nie.

"Wir haben uns 1992 selbstständig gemacht, waren vorher Mitglied in der Genossenschaft. Aber so eine Wassernot haben wir noch nicht mitmachen müssen", sagt Volker Fuhrmann. Etwa 35 Gewässer, teils eigene, teils Pachtteiche, haben die Teichwirtschaften Fuhrmann & Schlegel aus Schweikershain in ihrem Bestand, züchten Speisefische wie Karpfen, Schleie und Zander.

Doch einige ihrer Gewässer bereiten ihnen in diesen Tagen besondere Probleme. "Am schlimmsten ist die Situation in Geringswalde am Großteich, am Mühlteich, am Schwemmteich und am Frönteich", sagt Fuhrmann. Der Frönbach, der in normalen Zeiten genügend Wasser führe, sei seit etwa fünf Wochen ausgetrocknet. Anderswo ist die Lage ähnlich. Die Folge: "Durch die hohe Wassertemperatur und den niedrigen Pegel sinkt der Sauerstoffgehalt", erklärt Gunter Schlegel. In solch einer Konstellation könne das Gewässer von einer Stunde auf die andere kippen. Ein dramatisches Fischsterben wäre die Folge. "Dann können wir unseren Laden dichtmachen", ergänzt Volker Fuhrmann.

Zurzeit werde daher nur sparsam mit Weizen gefüttert beziehungsweise das Füttern vorübergehend sogar eingestellt. "Denn wenn die Fische vollgefressen sind, verbrauchen sie mehr Sauerstoff", erklärt Volker Fuhrmann. Vor allem Gewitterstimmungen, in der der Luftdruck besonders niedrig sei, stellen eine zusätzliche Gefahr dar, weil dadurch den Teichen weiterer Sauerstoff entzogen werde. Der 61-Jährige muss in solchen Hitzeperioden, wie sie in der Region schon seit Wochen vorherrschen, pragmatisch denken: "Die Größe der Fische ist in diesem Jahr zweitrangig. In erster Linie geht es darum, dass sie am Leben bleiben."

Dass die Fische überleben, dafür können die beiden erfahrenen Teichwirtschafter in diesen Tagen nur wenig tun. Im Mittweidaer Schwanenteich, den die beiden ebenfalls bewirtschaften, gebe es keine größeren Probleme, da durch den dortigen Springbrunnen der Sauerstoffgehalt größer sei als in anderen Gewässern. Auch der größere der beiden Teiche in Schwarzbach stelle noch kein Problem dar, da das Wasser immer noch tief genug sei. "Trotzdem kontrollieren wir zurzeit täglich", sagt Gunter Schlegel. Der 59-Jährige ist wie sein Kollege froh, dass es bisher noch keine nennenswerten Ausfälle gegeben hat. Ähnlich wie in der Landwirtschaft bleibe auch ihnen als Teichwirtschaft nichts weiter übrig, als auf günstigeres Wetter zu hoffen. Das sei so in Branchen, in denen unter freiem Himmel gearbeitet werde.

Ihren Optimismus haben die beiden Fischzüchter trotzdem nicht verloren und denken positiv: "Wir gehen davon aus, dass irgendwann mal Wasser kommt."

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