Fleischproduzent setzt auf Konserven

Die Rochlitzer Fleisch- und Wurstwaren AG wurde vor 60 Jahren gegründet. Um marktfähig zu bleiben, sind neue Strategien gefragt.

Rochlitz.

Auf den Tag seit sechs Jahrzehnten gibt es die heutige Rochlitzer Fleisch- und Wurstwaren AG (RFW). Über die Jahre haben sich die Geschäftsfelder erweitert. Der Absatzmarkt sei schwierig, sagt Vorstandsvorsitzender Wilfried Hänchen. Um marktfähig zu bleiben, arbeite man daher ständig an einer strategischen Umgestaltung.

"Wir haben eine Konservenproduktion aufgebaut. Sie soll unser künftiges Standbein in der Fleischerei sein. Das umfasst hausschlachtene Produkte wie Leberwurst, Blutwurst, Bratwurst und Eintöpfe", sagt Hänchen. Dazu kämen Speisen, die für Allergiker geeignet sind. Seit einem halben Jahr laufe die Herstellung der Konserven, 35 Kunden, etwa Supermärkte, würden beliefert.

Neben der Konservenproduktion will Hänchen die Schul- und Kinderspeisung ausbauen, Fleisch- und Wurstproduktion dagegen zurückfahren. Keiner der 25 Mitarbeiter aber werde entlassen, dafür sollen neue eingestellt werden. Anfang 2019 könnten wieder 40 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Die Geschichte der Firma beginnt am 28. August 1958, als die PGH des Fleischerhandwerks Rochlitz von drei Rochlitzer Privatfleischern gegründet wird. Die Produktionsgenossenschaft belieferte Gaststätten, Betriebsküchen sowie Verkaufsstellen der HO und des Konsums. Bis zur Wende waren gut 40 Mitarbeiter beschäftigt. "Seit 1990 brach ständig Umsatz weg, der Eigenvertrieb musste aufgebaut werden", sagt Hänchen. 1991 wurden Filialen in Rochlitz, Penig, Geringswalde und Burgstädt eröffnet. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg auf 80. Im Juni 1992 erfolgte die Umgründung in die RFW-Rochlitzer Fleisch- und Wurstwaren GmbH. Das Filialsystem wurde ausgebaut. Seit Frühjahr 1996 ist das Unternehmen eine Aktiengesellschaft. Das Personal wurde auf 40 Mitarbeiter reduziert, 14 Filialen geschlossen, denn der Umsatz ging stetig zurück. 2012 übernahm die Unternehmensgruppe Hänchen die Firma mehrheitlich. Als Rochlitzer war ihm daran gelegen, dass das Unternehmen erhalten bleibt, sagt Hänchen, Vorsitzender der Gruppe mit 480 Mitarbeitern.

Auf mehreren Gebieten ist die Firma RFW heute tätig. In der Fleischerei am Topfmarkt wird Schweine- und Rindfleisch aus Schlachtbetrieben zu Fleisch und Wurst verarbeitet. Hauptabnehmer ist die Gruppe, die pro Tag rund 22.000 Essen für die Schul- und Kinderspeisung in Sachsen, Thüringen und Brandenburg herstellt. Auch die Rochlitzer RFW kocht für rund 700 Kinder in der Region. Die Firma hat zudem eine Verkaufsstelle am Standort, betreibt den Imbiss Bauernstube und ist im Partyservice tätig.

Seit Übernahme durch die Gruppe wurden in Rochlitz rund eine Million Euro in die Immobilien und Maschinen investiert, für die Qualität und um Energie zu sparen. 350.000 Euro sollen nun in die Hand genommen werden. "Wir wollen den Standort weiter sanieren. Das Produktionsgebäude ist zum Teil noch alt, zum Beispiel werden Decken und Fußböden auf EU-Standard umgerüstet", so Hänchen. Außerdem soll ein Auslieferungslager für die Konserven angebaut werden.

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