Freiwillig auf den Hund gekommen

Cornelia Carlowitz ist eine Frau, die anpacken kann - im Beruf und im Hobby. Das muss sie auch, denn Letzteres ist zugkräftig.

Zetteritz.

Wenn Cornelia Carlowitz über ihren ersten Hund spricht, strahlt ihr Gesicht. Mit Bianca habe alles angefangen, verrät sie. Aber sie hat sich damals kein Schoßhündchen zugelegt, sondern einen sibirischen Husky. Heute trainiert sie mit ihrem Mann ein kleines Rudel von fünf Schlittenhunden, fertigt selbst Zugleinen und Gespanne und bietet Schlittenhundefahrten an.

"Ich wollte schon immer einen Hund haben. Aber als Kind durfte ich nicht. Als ich dann alt genug war, habe ich mir den Wunsch erfüllt", sagt Cornelia Carlowitz. Über ein Inserat in der Zeitung sei sie auf ihre Bianca aufmerksam geworden. Das ist inzwischen über 14 Jahre her. "Ich hatte keine Ahnung von Huskys und noch weniger von dem Training", sagt die 46-Jährige heute. Vom Hundesport abgehalten habe sie das aber nicht. "Zuerst bin ich zu Fuß los, dann aufs Fahrrad umgestiegen. Ich habe sogar ein Puppenwagengestell umfunktioniert und mit Holz beschwert", erzählt Cornelia Carlowitz mit einem Lachen.


Auch ihre ersten Wettkampferfahrungen im Hundesport seien alles andere als glorreich gewesen. "Vor jedem Rennen gibt es eine Besprechung mit Informationen über den Streckenverlauf. Ich konnte daran nicht teilnehmen, weil ich arbeiten musste. Also bin ich im Rennen einfach den Schildern gefolgt und habe zu spät gemerkt, dass die für die Zuschauer aufgestellt wurden. Irgendwann kamen mir alle Teilnehmer entgegen. Das war sehr peinlich." Aber bei den Wettkämpfen habe sie Erfahrungen gesammelt, Gleichgesinnte getroffen, mit denen sie sich austauschen konnte.

Die gelernte Krankenschwester wohnte damals noch in Chemnitz, die Hunde waren in Limbach-Oberfrohna untergebracht. Zwischen Neubauwohnung und Hundezwinger zu pendeln, sei irgendwann nicht mehr machbar gewesen. Deshalb zog sie mit ihrem heutigen Ehemann in ein Haus in Zetteritz.

Die Hunde haben geräumige Zwinger, und das Gelände ist ideal fürs Training. "Über Grobschütz und Milkau habe ich eine Strecke von rund sechs Kilometern. Um den See in Biesern kann ich mehrere Runden drehen, so wie die Hunde das Training gerade brauchen", erklärt Cornelia Carlowitz, wie sie vorgeht.

Einen Schlitten benutze sie allerdings nie. Dafür reiche der Schnee im Winter nicht aus. "Da müssen wir mit den Hunden dann schon ins Gebirge fahren", erklärt die Hobbysportlerin. Gewöhnlich fahre sie mit einem dreirädrigen oder vierrädrigen Wagen vor den - je nach Trainingseinheit - zwei oder vier Hunde gespannt werden.

Das Besondere: Halsbänder, Zugleinen und sogenannte Ruckdämpfer, das sind sehr elastische kurze Riemen, fertigt die Krankenschwester selbst an. "Das Zeug aus dem Handel hat nichts getaugt. Mehrfach sind die Gurte gerissen oder die Hunde haben sie durchgekaut", so Carlowitz. Sie verwendet für ihre Leinen Paracord, ein strapazierfähiges, dünnes Nylonseil, das hauptsächlich in der Fallschirmindustrie verwendet wird. Dafür bindet Cornelia Carlowitz mehrere Fäden zusammen, knüpft zum Teil eigene Muster in die Halsbänder ihrer Hunde. Davon sei noch keines gerissen, sagt sie stolz. Das ist auch gut so, denn ihre Hunde können das Fünffache ihres Körpergewichtes ziehen. "Auf einer Asphaltstraße ohne Neigung haben wir einmal 45 Stundenkilometer gemessen," fügt Udo Carlowitz hinzu.

Die Wettkämpfe, an denen Cornelia Carlowitz und ihr Mann Udo teilnehmen, seien vorrangig regional, die Strecken etwa zehn Kilometer lang. Dabei geht es dem Ehepaar nicht um Preise, sondern darum, die Hunde ausreichend zu bewegen. "Auch wenn sie jetzt im Alter von acht Jahren schon in der Seniorenklasse starten. Das hören sie nur nicht gern", schmunzelt Cornelia Carlowitz und tätschelt ihre Leithündin Kali liebevoll.

Mit ihrem Hobby steckt das Ehepaar auch andere gern an. "Jeder, der Lust hat, kann bei uns mitfahren. Schlittenhundefahrten sind auch eine schöne Geschenkidee", sagt Udo Carlowitz.

Interessierte für eine Schlittenhundefahrt können sich bei Udo Carlowitz unter der Rufnummer 0160 97631462 melden.

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