Für Fische wird die Luft knapp

Der trockene Sommer hat auch beim Schweikershainer Fischzuchtbetrieb Fuhrmann und Schlegel Spuren hinterlassen. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Schweikershain.

"Vorsichtig füttern" lautet das Gebot der Stunde für Gunter Schlegel von den Teichwirtschaften Fuhrmann und Schlegel aus Schweikershain. Konkret bedeutet das, die Weizen-Rationen für die Karpfen sind geringer zu dosieren als sonst üblich. "Denn teilweise fehlt etwa ein halber Meter Wasser", sagt Gunter Schlegel. Auch am gestrigen Mittwoch ist er wieder mit dem Futterauto zu einigen der 35 Gewässer gefahren, die das Unternehmen bewirtschaftet.

Die Hitze der vergangenen Monate habe vielerorts bereits seit Mai die Zuflüsse zu den Teichen austrocknen lassen. Deshalb dürfe nicht zu viel gefüttert werden, um Sauerstoffmangel vorzubeugen. "Ansonsten können wir momentan nicht viel tun, sondern müssen abwarten, was das Wetter macht", sagt der erfahrene Fischzüchter.


Seiner Einschätzung nach sei die Situation in diesem Jahr ähnlich kritisch wie 2018, als der Schweikershainer Fischzuchtbetrieb Mitte August, bedingt durch die Sauerstoffknappheit in den Gewässern, mit der bislang schwierigsten Situation in seiner Firmengeschichte zu kämpfen hatte.

"Die Größe der Fische ist zweitrangig. Hauptsache, sie überleben", war vor einem Jahr die Devise. Am Ende war es für Fuhrmann und Schlegel alles in allem doch noch ein erträgliches Jahr 2018. Denn entgegen aller Befürchtungen hatten die Karpfen weitgehend die gewünschte Größe erreicht. Das hofft Gunter Schlegel auch in diesem Jahr, denn am 13.September beginnt die Karpfensaison und somit der Verkauf der ersten Speisefische aus den Zuchtteichen. "Ob wir unsere Ziele schaffen, wissen wir noch nicht. Aber es sieht ganz gut aus - zumindest bei unseren Speisefischen wie Karpfen und Schleie", so Schlegel.

Das Fischereiunternehmen beliefert Großabnehmer und Geschäfte. Einige Karpfen gehen auch in den Direktverkauf. Nicht ganz so gut sei die Situation bei den Satzfischen, die die Grundlage für die nächste Zucht liefern sollen. Sie fallen in diesem Jahr etwas kleiner aus - das sei jetzt schon absehbar.

Bei den Fischzuchtbetrieben - so auch bei Fuhrmann und Schlegel - sei es jedes Jahr ein wiederkehrendes Phänomen: "Man hofft immer aufs nächste Jahr. Und darauf, dass es ein gutes Jahr wird." Aufgrund der langen Hitzeperiode waren die Fische in Sachsen bereits 2018 insgesamt etwas kleiner ausgefallen als gewöhnlich, heißt es aus dem Umweltministerium.

Start in die Karpfensaison: Beginn am 13. September am Fischhaus Schweikershain. Fischverkauf jeweils freitags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr sowie samstags von 9 bis 11 Uhr.


90 Prozent aller gezüchteten Fische sind Karpfen - 13.000 Hektar Gewässerfläche für Angler

Zweitgrößter Karpfenproduzent: Der Freistaat Sachsen ist nach Bayern zweitgrößter Produzent von Karpfen in Deutschland. Nach Angaben des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wird die überwiegende fischwirtschaftliche Produktion Sachsens in etwa 60 Haupterwerbsbetrieben und etwa 300 Nebenerwerbsbetrieben erzeugt.

Vielzahl von Teichen: Die Grundlage für die Aquakultur in Sachsen bilden rund 8400 Hektar Karpfenteiche, eine Vielzahl von Forellenteichen und -anlagen sowie Wasserkreislaufanlagen. Die wichtigste Produktionsform ist die Karpfenteichwirtschaft mit einem Anteil von 90 Prozent an der durchschnittlichen jährlichen Speisefischgesamtproduktion von circa 3000 bis 3500 Tonnen.

Erträge der Angler: Die Gesamterträge der Angelfischerei in Sachsen belaufen sich nach Angaben des Landesamtes auf etwa 200 bis 250 Tonnen Fisch pro Jahr. Das sind zwischen 5 und 10 Prozent der Gesamtspeisefischproduktion mit den Hauptfischarten Karpfen, Hecht, Zander, Aal. Fischern stehen circa 13.000 Hektar Stand- und Fließgewässerflächen zur Verfügung. (ule)

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