Geringswalder Angler schaffen für Karpfen sauberes Zuhause

Der sogenannte Plattenteich bei Arras musste im vergangenen Sommer notabgefischt werden. Im leeren See kann der Anglerverein jetzt mit der Sanierung beginnen.

Geringswalde.

Sie stehen knöcheltief im Morast. Frank Teshmer, Detlef Arndt und Günter Szymanski greifen beherzt zur Schaufel. Denn der Schlamm muss raus aus dem Becken bei Arras, den Einheimische als Plattenteich kennen. Der Verein als Pächter des Teiches will die Gunst der Stunde nutzen. Bis auf den noch ordentlich durchfeuchteten vorderen Bereich soll in der kommenden Woche der Bagger eines einheimischen Bauunternehmers die mühsame Arbeit der Angler unterstützen.

Geplant war die allerdings nicht. "Auslöser war der extreme Sommer, der uns im vergangenen Jahr zur Notabfischung zwang", erklärte Aufzuchtwart Frank Teshmer. Im April wären 160 Jungfische im Gewässer mit einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern ausgesetzt worden. "Und im Juni ragten bereits die Rückenflossen der Karpfen aus dem Wasser. Hinzu kamen jede Menge Algen, die dem Wasser den Sauerstoff entzogen. Wir mussten also sofort handeln", ergänzte Vereinschef Detlef Arndt. Nach dem Abfischen seien die Jungtiere in fließenden Gewässern wie etwa der Zwickauer Mulde ausgesetzt worden.


Der getrocknete Schlamm wird nun nach und nach in den Uferbereich des Teiches eingebaut. Dabei werden etliche tausend Kubikmeter Erde bewegt werden müssen. Zudem wird der Ablauf des Teiches, der als Mönch bezeichnet wird, generalüberholt, um undichte Stellen auszuschließen. Bis Ende Mai soll alles fertig sein, hoffen die Fischer.

Für die Kosten im höheren fünfstelligen Bereich, wie Arndt sagte, kommt der Verein auf. "Das ist nicht unbedingt üblich. Normalerweise geht einer solchen Entschlammung eine detaillierte Planung voraus. In dem Falle wären das neben uns als Verein die Stadt Geringswalde und ein privater Landeigentümer als Verpächter gewesen. Das Notabfischen vereitelte die Vorbereitungen, und somit ist im städtischen Haushalt kein Geld dafür vorgesehen."

Arndt und die Mitglieder hoffen nun, dass sich die Kommune dem Verein gegenüber großzügig zeigt. Wie das aussehen soll, müsse noch besprochen werden. "Immerhin tun wir durch das jetzt angelaufene Projekt aktiv etwas für den Hochwasserschutz", verdeutlicht der Vereinschef. Und nicht zuletzt sei der Plattenteich nach der Entschlammung auch wieder als Löschwasser-Reservoir tauglich.

Als eine der nächsten Aktivitäten trifft sich der Angelverein Geringswalde am kommenden Sonnabend zum traditionellen Anangeln. Diesmal geht es an die Mulde in Rochlitz. Treff ist 6.45 Uhr am Busbahnhof Geringswalde an der Straße Am Klosterbach.

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