Geringswalder Aussichtsturm zeigt bald wieder Flagge

Vor rund vier Wochen hat die umfangreiche Sanierung des Wahrzeichens begonnen. Die Kommune hofft auf eine Freigabe im Oktober.

Geringswalde.

Auf den Tag freut sich Jens Hammer schon lange. "Künftig wird die Flagge mit dem Eber als Stadtwappen so wie früher wieder gehisst, sobald die Aussichtsplattform besetzt ist." Der Chef des Geringswalder Funkclubs hofft auf deutlich mehr Anziehungskraft bei Besuchern, die sich in 24 Meter Höhe einen Rundumblick vom König-Friedrich-August-Turm gönnen wollen. Der Verein ist seit Jahren Pächter des Bauwerkes, tat in der Vergangenheit einiges für den Erhalt, stieß jedoch bei der schlecht belüfteten Bausubstanz an Grenzen.

Was über Jahre im Stadtrat und unter Einwohnern diskutiert worden war, geht nun in die aktive Phase: Im April wurde das Wahrzeichen Geringswaldes an der Heeresstraße eingerüstet. Zuvor hatte der Geringswalder Stadtrat für acht Gewerke die Aufträge vergeben, um das Bauwerk wieder vorzeigbar und sicher zu machen. Der Sanierungsbedarf beläuft sich nach Schätzungen eines Rochlitzer Ingenieurbüros auf mehr als 300.000 Euro. Die Aufträge, angefangen über Arbeiten an Fassade und Gründung über Stahlbau und Tischlerarbeiten bis hin zur Lüftung und Elektroinstallation, gingen überwiegend an sächsische, auch an einheimische Unternehmen. Gleichwohl ging dem ein langwieriger Prozess voraus, um an Fördermittel über die Europäische Union zu kommen. Zudem hatte ein anonymer Spender 1000 Euro für die Sanierung gegeben.


Seit 8. April steht das Gerüst, und aktuell ist ein Geringswalder Baubetrieb damit beschäftigt, den mürben Putz von den Außenwänden und denen im Innenbereich abzuschlagen.

Wie dringend notwendig die Generalüberholung geworden war, hatte man beim Funkclub lange schon mit Sorge registriert. "Der Putz fiel im Innern von den Wänden und Feuchtigkeit griff die Infotafeln im Eingangsbereich an, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden mussten", schildert Hammer. Die in die Kanzel eingelassenen hölzernen Rahmen der Fenster seien durch die Nässe auseinandergetrieben worden, Scheiben zu Bruch gegangen.

Vor 27 Jahren und anlässlich des 90-jährigen Bestehens war das exponierte Ausflugsziel das letzte Mal eingerüstet worden. Heimathistoriker Matthias Heimann digitalisierte eine Vielzahl von Berichten aus dieser Zeit. So vermeldete die "Freie Presse" am 24. Juli 1992 den Zuschuss von 304.000 DM vom Regierungspräsidium Chemnitz, Sachgebiet Wirtschaftsförderung und Tourismus, um den Turm wieder fit zu machen und etwa vermauerte Fensteröffnungen freizulegen. Damals wie heute lärmten die Stemmhämmer auf 800 Quadratmetern Innen- und 1000 Quadratmeter Außenfläche. Anfang August wurde der Aussichtspunkt mit einem Turmfest und der Unterstützung des Fußballvereins wieder freigegeben.

Bürgermeister Thomas Arnold sieht den Fortgang der Arbeiten mit Spannung. "Unser Ziel ist eine Wiedereröffnung am Tag der Deutschen Einheit", kündigte der Stadtchef an.

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