Geringswalder Messerfabrik forciert Fachkräftesuche

Der Rundmesserhersteller TKM buhlt verstärkt um Nachwuchs. Dafür öffnet sich das Unternehmen. Besucher können die laufende Produktion erleben.

Geringswalde.

Ursprünglich verkaufte Sven Hunger Waschmaschinen und Geschirrspüler. "Doch was ist das für eine Zukunft, wenn der Vertrieb übers Internet den kleinen Händlern immer mehr das Wasser abgräbt", urteilt der 31-Jährige. "Klar hat es Spaß gemacht, auch der Umgang mit Kunden, wenn die nach Beratung und Verkaufsabschluss zufrieden rausgingen." Gleichwohl erschien ihm sein Job im Einzelhandel mit Blick auf die kommenden Jahre zu unsicher.

Und so orientierte sich der Döbelner um. Über eine Leiharbeitsfirma gelang ihm kurz vor Ostern der Einstieg in die Geringswalder "The Knife Manufacturers", kurz TKM genannt. Ein Ziel hat er dabei fest im Blick: eine Festanstellung. Mit dieser rechnet er im Juni. "Die Atmosphäre hier stimmt. Mir wird jederzeit weitergeholfen, und das ist mir gerade jetzt in der Einarbeitungszeit sehr wichtig", sagt er. "Es ist ein tolles Gefühl, die Produktion vom Rohling bis zum fertigen Rundmesser mit zu durchlaufen. Man hat nach Schichtschluss etwas zum Anfassen", bringt es Hunger auf den Punkt.


Nico Frenzel kam zwar vor drei Monaten auch über eine Agentur für Leiharbeit zu TKM - allerdings mit reichlich Vorbildung. Der Mechaniker für Schneidwerkzeuge ließ sich in der Nähe von Bad Schandau in einem kleinen Innungsbetrieb dreieinhalb Jahre ausbilden. Doch der 19-Jährige wollte gerne bei einem größeren Mittelständler arbeiten. Aktuell arbeiten rund 130 Mitarbeiter im Geringswalder Betrieb. "Und ich wollte in meine Heimatstadt zurück", erklärte der Leisniger. Nach Ende des ersten Monats bei TKM hatte der Mechaniker, dessen Herz für Schleiftechniken und Toleranzen schlägt, die Festanstellung in der Tasche. Das Planschleifzentrum hat Frenzel bereits durchlaufen. Dieser Tage geht es zum Einarbeiten in die Halle fürs Bohrungsschleifen. Läuft alles glatt, könnte sich Frenzel, wie er sagt, eine Ausbildung zum Meister in der Branche vorstellen.

Die Messerfabrik überlässt bei der Personalakquise nichts dem Zufall. "Gut ausgebildete Mitarbeiter verstehen wir als Investition in die Zukunft", hält Carsten Busse als kaufmännischer Geschäftsführer und Personalentwickler fest. Schließlich sei man im Segment der Rundmesser Weltmarktführer und wolle das bleiben. Und daher macht die Führungsspitze seit Januar richtig Dampf. Berufsinformationstage der Oberschulen der Region oder etwa die "Woche der offenen Unternehmen" gehörten inzwischen zum Standard. Mit dem "Tag der offenen Tür" eröffne man in der Geringswalder Niederlassung ein neues Format, das sich unter anderem an Quereinsteiger in die Branche wende. "Neben einer theoretischen Einführung zum Unternehmen geht es dann auf Rundgang durch die laufende Produktion", so Busse weiter.

Dieser Tage nahm TKM Kontakt zur Bildungswerkstatt Chemnitz auf. "Hintergrund ist Kontinuität in der Weiterbildung unserer Seiteneinsteiger, die auf der Ebene der Auszubildenden bereits gut funktioniert", erklärte Busse. Wenn sich der Kreis von derzeit fünf auf etwa zehn Teilnehmer erweitere, könne Unterricht direkt im Unternehmen angeboten werden. "Bis alle Maßnahmen wirksam werden, wird es Jahre dauern", ist Busse bewusst. Den langen Atem dafür habe man eingeplant.

Der "Tag der offenen Tür" bei "The Knife Manufacturers" (TKM) an der Mittweidaer Straße 44 in Geringswalde ist am 18. Mai von 10 bis 14 Uhr. Für Beköstigung ist genauso gesorgt wie für eine Hüpfburg.

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