Geringswalder Unternehmen auf Platz 1

Bislang waren die Spezialisten von "Fischer Werkzeugbau" bei Branchenwettbewerben zwar unter den Finalisten. In diesem Jahr jedoch gelangte der Werkzeugbauer bis ganz nach oben.

Geringswalde.

Sie wollen wissen, wo sie in der Branche stehen. Für den Familienbetrieb Fischer Werkzeugbau an Geringswaldes Mittweidaer Straße ein guter Grund, auch in diesem Jahr am Wettbewerb "Excellence in Production" zum "Werkzeugbau des Jahres" teilzunehmen. Nach Qualitätsprüfungen, die das Team um die Geschäftsführer Silvia und Hendrik Fischer sowie Firmengründer Hartmut Fischer in den vergangenen Jahren bis in die Endrunde brachte, ging das Unternehmen diesmal als Sieger in der Kategorie externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter aus dem Ranking hervor. Vergeben wird der Titel "Werkzeugbau des Jahres" vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT.

"Wir waren fast ein bisschen überrumpelt und haben nach der Live-Schalte laut gejubelt", sagte Silvia Fischer. Denn pandemiebedingt wurde die Platzierung via Internet verkündet. Die große Show im Krönungssaal des Aachener Rathauses musste entfallen.

Dass es der Geringswalder Familienbetrieb in seiner Kategorie bis ganz nach oben schaffen könnte, war für die Fischers alles andere als selbstverständlich. "Unser Mitbewerber im Finale mit rund 200 Beschäftigten war immerhin eine ganz schöne 'Hausnummer'", urteilt Hendrik Fischer. Für ihn ist der Wettbewerb nicht zuletzt ein wichtiger Marktspiegel. "Wir bekommen unsere Stärken, aber auch die Schwächen detailliert aufgezeigt. Und dieses Wissen ist für uns von ganz entscheidender Bedeutung mit Blick auf die kommenden Jahre."

Firmengründer Hartmut Fischer ist die Euphorie noch Tage danach anzumerken. "Wir freuen uns riesig. Auf Platz 1 zu stehen, ist quasi der Ritterschlag." Durch die Tiefenprüfung wisse man genau, wo man in direktem Vergleich mit anderen Dienstleistern in der Branche stehe. "Als Beste in unserer Kategorie werden wir zudem von der produzierenden Wirtschaft als Partner mit Potenzial wahrgenommen und kommen länderübergreifend ins Gespräch", unterstreicht Hartmut Fischer.

Um am Wettbewerb teilzunehmen, legte der Betrieb sämtliche ökonomische Eckdaten offen. Zudem flossen Faktoren wie technische Ausrüstung oder Qualität in Programmierung und Konstruktion ein. Nicht zuletzt wurde die personelle Ausstattung, Ausbildung von Nachwuchs und die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten herangezogen.


Vom volkseigenen Betrieb zum Spezialisten für Werkzeuge

Am Geringswalder Standort für Werkzeugherstellung an der Mittweidaer Straße wurden ursprünglich Werkzeuge für die holzverarbeitende Industrie, technische Messer und Sägeketten hergestellt.

Mit der politischen Wende wurde der "VEB Vereinigte Werkzeugfabriken" zunächst von der Treuhand verwaltet.

1991 kaufte Hartmut Fischer die "Abteilung Werkzeugbau" und gründete mit 15 Mitarbeitern ein eigenes Unternehmen. Heute arbeiten 75 Angestellte und acht Auszubildende im Geringswalder Werk, dessen Werkzeuge deutschlandweit wie auch in Italien, Tschechien und der Schweiz begehrt sind.

Im Frühjahr ging eine Zweigniederlassung in Hartha in Betrieb, die unter anderem mit einem Stanzautomaten ausgestattet ist. Presskraft: 400 Tonnen.

Im vergangenen Jahr erzielte Fischer Werkzeugbau nach eigenen Angaben einen Umsatz von 6,8 Millionen Euro. In den Maschinenpark wurden im vergangenen Jahr rund eine Million Euro investiert. (grün)

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