Größte Schäden an Straßen sollen bis 2026 behoben sein

Der Landkreis will pro Jahr bis zu 12 Millionen Euro in seine Strecken investieren. Klar ist aber bereits, dass damit kein Ende in Sicht ist.

Rochlitz.

Das kürzeste Stück ist 18Meter lang, das längste misst reichlich 4,6 Kilometer: Insgesamt addieren sich die 113 Baustellen auf den Kreisstraßen in Mittelsachsen, die sich der Landkreis für die Zeit von 2021 bis 2026 vorgenommen hat, auf knapp 100 Kilometer. Dazu kommen noch 40 Brücken beziehungsweise Stützwände, die hergerichtet werden müssen.

"Es sind alle derzeit bekannten Schäden erfasst worden", sagt Claudia Richter vom Landratsamt zur "Prioritätenliste für den Kreisstraßenbau 2021 bis 2026", die der Kreistag beschlossen hat. Das Bauprogramm sei "sportlich", so die Leiterin des Referats Straßenbau und Straßenverwaltung weiter, mit den angepeilten 12 Millionen Euro pro Jahr aber aus heutiger Sicht zu schaffen. Etwa 80 Prozent der Straßenbaukosten sollen mit Fördergeld gedeckt werden: "Die Zuschüsse liegen je nach Förderprogramm zwischen 75 und 90 Prozent."

Die gesamte Liste könne aber nur abgearbeitet werden, schränkt Richter ein, wenn die Baupreise nicht weiter drastisch steigen und die Kapazitäten der Planungs- und Baufirmen ausreichen. Und selbst, wenn das Ziel erreicht werde, bedeute das nicht, dass dann alle Kreisstraßen tipp topp wären: "Straßen haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren - bis 2026 werden also ein paar Abschnitte reparaturbedürftig werden, die heute noch in Ordnung sind."

Der Begriff "Prioritätenliste" ist dabei auch nicht ganz korrekt. Denn die Aufstellung gebe nicht vor, was zuerst und was später gebaut werden soll. Die Reihenfolge richte sich vielmehr unter anderem danach, erläutert Vize-Landrat Lothar Beier, wie weit die Planungen sind, ob Fördergeld zur Verfügung steht und ob eine Zusammenarbeit mit Versorgungsunternehmen möglich ist, die beispielsweise Leitungen in der Straße verlegen wollen. Zu den Kriterien zähle auch, ob eine Umleitung eingerichtet werden kann und welche Auswirkungen die Baustelle auf Anlieger habe.

Dass gerade Letzteres Vorhaben um Jahre verzögern kann, verdeutlich Referatsleiterin Richter am Beispiel Ottendorf: "Der Ort ist sehr lang gestreckt, und mit Umleitungen wird es schwierig." Um die Erreichbarkeit der Grundstücke zu gewährleisten, könne nur in kleinen Abschnitten gebaut werden. Bislang habe der Kreis in Ottendorf drei Brücken und eine Stützwand neu gebaut. Kreisrat Gert Eidam (Freie Wähler) reicht das nicht aus. Es sei den Bürgern nicht mehr vermittelbar, empörte er sich auf der jüngsten Kreistagssitzung, dass es bei der Kreisstraße 8250 in Ottendorf seit über zehn Jahren nicht vorangehe.

Im Fünf-Jahres-Plan bis 2026 sind vier Abschnitte der Kreisstraße in Ottendorf vermerkt. Darunter auch ein 263 Meter langes Stück, das die Zustandsnote 4,815 erhalten hat. In Analogie zu den Zensuren in der Schule früher hatte ein Ingenieurbüro Risse, Flickstellen, sonstige Oberflächenschäden und Unebenheiten sowie Spurrinnen bewertet. Eine 5,0 und damit die schlechteste Note erhielten die Kreisstraßen in Mockritz und zwischen Kriebstein und Beerwalde. Die beste Note bekam die K 7751 in Himmelsfürst - der 1040 Meter lange Abschnitt erhielt eine 3,267.

Insgesamt hatte das Ingenieurbüro im Jahre 2017 bei der Inventur für die Einführung der doppischen Haushaltsführung das 713 Kilometer lange Kreisstraßennetz in Mittelsachsen in 2400 Abschnitte zerlegt. Anhand der Daten wurden daraus Bauabschnitte gebildet und per Computerprogramm benotet. Der Abarbeitung der daraus abgeleiteten Liste komme entgegen, so Straßenbauexpertin Richter, dass der Landkreis dazu übergangen ist, ein Zweijahresbudget aufzustellen: "Durch den Doppelhaushalt lassen sich die Maßnahmen langfristiger vorbereiten." 2019 seien 200.000 und 2020 gut 500.000 Euro für Straßenbauplanungen reserviert.

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