Häuslebauer können bald loslegen

Noch stehen die Lauben in den Kleingartenparzellen "Am Gebind" in Wechselburg. Doch könnten statt Lauben dort vier Eigenheime entstehen.

Wechselburg.

Insgesamt 4018 Quadratmeter groß wird die Fläche, auf der vielleicht schon im nächsten Jahr vier Häuslebauer eine neue Heimat in Wechselburg finden. "Der Standort ist für ein Eigenheim ideal, die Grundstückpreise moderat", betont Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU). Sogar erste unverbindliche Anfragen von Interessenten hat die Gemeinde für die zukünftigen Bauflächen bereits erhalten. Vom erschlossenen Bauland ist allerdings noch nicht viel zu sehen, denn derzeit wird das Land zwischen Schul- und Bahnhofsstraße noch von Kleingärtnern bewirtschaftet. Bis zum Ende des Jahres muss nun ein Teil der Pächter in der Anlage die Kleingärten räumen.

Die Fläche gehört der Gemeinde, die diese an den Verein Kreisverband Mittweida der Kleingärtner verpachtet. Bereits im April stimmte der Gemeinderat dafür, dass dort zukünftig gebaut werden könne. "Wir haben die Kündigung akzeptiert", bestätigt der Vorsitzende des Kreisverbandes, Ralf Butterbrodt. "Die betroffenen Pächter sind zum Teil in einem Alter, in dem sie die Parzellen gern abgeben", so Butterbrodt. Kleinere Vertragsergänzungen seien allerdings noch mit der Gemeinde zu klären. "Und wir haben uns dafür ausgesprochen, dass die Kündigung statt Ende November erst Ende Dezember wirksam wird."

Um alle Unklarheiten zu beseitigen, hat die Gemeindeverwaltung am Freitag zu einem Informationsabend geladen. Die Pächter, die ihre Gärten abgeben müssen, werden mit einer Ausgleichszahlung entschädigt. "Dafür haben wir eigens Gutachter einbestellt, die den Zustand der Parzellen samt Bepflanzung und Bebauung bewerten", erklärt Naumann. Bis zu mehreren tausend Euro erhalten die Kleingärtner. Der Verein selbst erhält ebenfalls eine Entschädigung von rund 500 Euro. Auch beim Rückschnitt und Rückbau in den Parzellen bietet die Gemeinde den Schrebergärtnern Hilfe an.

Eine der vier betroffenen Parzellen bewirtschaftet derzeit noch der Wechselburger Günter Pechstein. Ein bisschen Wehmut schwingt bei dem 82-Jährigen mit. "Wenn die Kündigung nicht gekommen wäre, hätte ich den Garten so lange bewirtschaftet, bis man mich da rausgetragen hätte", sagt der Rentner. Dennoch habe er mit der Räumung seinen Frieden gemacht. Alles sei bislang ordnungsgemäß abgewickelt worden. Aufgrund seines Alters will er nun keinen neuen Schrebergarten pachten, so Pechstein.

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