Hafen-Baustelle: Das wird 2020 eine kurze Saison für die Schiffe

Regulär werden bis Ende Oktober Rundfahrten auf der Talsperre Kriebstein angeboten. Im nächsten Jahr werden die Boote mitten in den Ferien gestoppt.

Kriebstein.

Ob es nun im kommenden Jahr wieder einen "goldenen" Oktober gibt oder die zweite Hälfte der Sommerferien im August tausende Ausflügler im Sonnenschein an den Kriebsteinsee lockt, wird sich in der Saisonbilanz der Fahrgastschifffahrt des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre kaum noch niederschlagen. Denn am 10. August, soll mit dem Umbau des Hafens an der Talsperre begonnen werden. Diesen Termin hat die Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler Kriebstein) in der jüngsten Gemeinderatssitzung genannt, er wurde auch vom Zweckverbandsgeschäftsführer Thomas Caro bestätigt.

Und damit rechnet er mit Einbußen in Größenordnungen beim Umsatz, den der Verband mit der Schifffahrt erwirtschaftet. Wie groß das Minus in den Passagierzahlen sein wird, hänge von der Witterung in den Monaten vor dem Sommer ab. In diesem Jahr rechnet der Verband mit etwa 85.000 per Schiff beförderten Fahrgästen (2018: 100.000). Noch liegt die endgültige Bilanz nicht vor.

Offen ist auch noch, wie schwerwiegend die Folgen für die Fahrten der Fähren sind, die zwischen den Haltestellen Lochmühle, Erlebach, Höfchen, Falkenhain, Tanneberg, Lauenhain und Mittweidaer Aue verkehren. "Wir arbeiten an einem Sonderfahrplan", erklärte dazu der Verbandsvorsitzende Ralf Schreiber. Der Linien- sowie der Fährbetrieb vor allem zwischen Erlebach sowie Falkenhain und Höfchen sollen aber nach Vorstellung des Verbands auch über den Baubeginn am Hafen hinaus fortgeführt werden, damit den Touristen und Wanderern die Überfahrt über die Talsperre erhalten bleibt. Das Problem ist: Der Hafen kann nach ab dem 10. August nicht mehr von Schiffen angefahren werden. Doch nur dort werden sie bisher betankt. Um das logistisch zu lösen, müssten laut Caro die zuständigen Behörden einem Konzept für die Schifffahrt während der Bauzeit zustimmen. Klar sei, dass Rundfahrten mit dem 9. August eingestellt werden.

So einschneidend die Folgen für die Schifffahrt auch sein mögen, Caro ist dennoch froh, dass es mit dem Umbau am Hafen 2020 losgeht. Immerhin erhalte der Verband zur Finanzierung des 2,2 Millionen Euro teuren Vorhabens 90 Prozent Fördermittel. Und würde die Ufermauern nicht saniert und der neue Fähranleger nicht gebaut, wären mögliche daraus resultierende Einnahmeverluste für die Schifffahrt deutlich größer.

Auch die Gemeinde Kriebstein verbindet mit den Bauplänen hohe Erwartungen. Hafen und Promenade sollten schöner, die Uferbefestigung stabiler und die Anlegestelle sicherer sowie Anlegeplätze für Sport-, Paddel- und Ruderboote geschaffen werden, sagte Bürgermeisterin Euchler. Mit einem neuen Personenaufzug soll der Hafen zugleich attraktiver und barrierefrei gestaltet werden. Nicht so stark betroffen vom Beginn der Bauarbeiten Anfang August sollen die kulturellen Angebote an der Talsperre sein.

Doch die Baufirmen werden auch die Seebühne in Beschlag nehmen. Der Bereich des Orchestergrabens ist laut Caro für die Baustelleneinrichtung (Aufenthalts- und Sanitärcontainer, Bauleitung) vorgesehen und ein Teil der Fläche vor der Seebühne muss als Material-Zwischenlager genutzt werden. Die Bühne müsse für den Zweck verwendet werden, da ab Ende Oktober, wenn die Schiffe im Hof des Hafengeländes liegen, kein Platz mehr für Material oder Baustelleneinrichtung wäre.

Laut der Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler ist es Ziel, bis zum Saisonstart am Karfreitag 2021 die Arbeiten am Hafen abzuschließen. Noch im Dezember endet die europaweite Ausschreibung der Bauaufträge.

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