Impfzentrum: Senioren in Sorge

Die Fahrt nach Mittweida ist für viele Ältere eine Hürde. Städte wie Frankenberg und Rochlitz suchen nach einer Lösung.

Mittweida/Rochlitz.

Am Lesertelefon der "Freien Presse" ist derzeit oft zu hören, was Senioren im Zusammenhang mit der Impfaktion im Landkreis umtreibt: Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren sollen sich online zum Termin anmelden und zum Impfzentrum nach Mittweida kommen. Doch viele wissen nicht, wie sie das ohne Hilfe bewerkstelligen sollen. Ein Fall ist exemplarisch. So erklärt etwa die 73-jährige Edith Wiegel aus Freiberg: "Viele wissen nicht, wie sie da hinkommen sollen, haben kein Auto, die Kinder leben weit weg." Ein weiteres Problem: Senioren haben keinen Computer, keinen Internetanschluss oder kennen sich schlicht nicht mit der Technik aus. Einige erwarten Hilfe von Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

Doch bisher sind solche Angebote in Mittelsachsen rar. In Frankenberg hat die Stadt jedoch reagiert. Ältere Einwohner, die keine Angehörigen oder hilfsbereite Nachbarn haben beziehungsweise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können sich beim Verein Gemeinschaftswerk Frankenberg melden. Sie sollen Hilfe beim Beantragen eines Impftermins sowie bei der Fahrt zum Impfzentrum erhalten. Dabei hilft die Kommune laut Sprecherin Anja Sparmann dem Gemeinschaftswerk durch Beratung, Gespräche und finanzielle Unterstützung. Rathaus und Verein betonen, dass Hilfe stets individuell ausfällt. "Derzeit müssen wir abwarten, bis es wieder Impfstoff gibt, und dann hilft das Gemeinschaftswerk bei der telefonischen Vereinbarung eines Impftermins oder bei der Bedienung des Online-Portals", sagt Sparmann.

Ähnlich verhält es sich in Rochlitz. Hier unterstützen Mitstreiter des Jugendladens und des Seniorenrats ebenfalls über 80-jährige Senioren dabei, sich für einen Impftermin online anzumelden. Inzwischen sind laut Elly Martinek vom Seniorenrat 35 Menschen auf dem Onlineportal registriert. Drängendes Problem ist wie andernorts auch der Transport von Rochlitz nach Mittweida und zurück. Dass Fahrten mit Sammeltaxis organisiert werden, ist im Gespräch, aber längst nicht ausgemacht. "Wir haben noch keine abschließende Lösung", sagt OB Frank Dehne (parteilos), der von einer "großartigen Unterstützung" seitens des Jugendladens und des Seniorenrats spricht. Er macht klar, dass es sich um eine freiwillige Aufgabe der Kommune handelt. Die Stadt will aber "älteren Bürgern einen relativ einfachen Weg zur Impfung ermöglichen". (acr/dahl/jl)

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