In einstigen Kleingärten sollen saftige Äpfel reifen

Der Steiner Markus Klitzsch hat leer stehende Parzellen geräumt und eine Streuobstwiese angelegt. Das soll nicht nur gut aussehen, sondern der Ertrag auch gut schmecken.

Stein.

Spätestens in fünf Jahren, so hofft Markus Klitzsch, sollen saftige Äpfel von seiner neu angelegten Streuobstwiese gleich gegenüber seinem Grundstück im Königshain-Wiederauer Ortsteil Stein zu ernten sein. Auf den knapp 4000 Quadratmetern fühlten sich viele Jahre lang Laubenpie,per in ihren Kleingärten wohl. In den Parzellen wuchsen Gemüse und Obst, Blumen erfreuten die Hobbygärtner, und Erholung gab es noch obendrauf.

Doch das war einmal: Viele gaben ihre Kleingärten auf - meist aus Altersgründen. Die Anzahl der leer stehenden Parzellen nahm immer mehr zu. Von den ehemals 22 werden jetzt nur noch acht bewirtschaftet. "Wir haben der Gemeindeverwaltung erklärt, dass wir die leer stehenden Parzellen nicht mehr mit bewirtschaften können, weil auch die übrigen Kleingartenbesitzer fast alle zur Generation 60 plus gehören", erklärt Vereinschef der Anlage "Goldenen Aussicht", Josef Mauser. Alle Bestrebungen, neue und junge Leute für die Hobbygärtnerei zu begeistern, seien gescheitert. Deshalb entschied sich die Gemeinde für den Verkauf des Pachtlandes mit den frei stehenden Gärten.

Markus Klitzsch, der seit Jahren neben seinem Antikhandel auch eine Hofmosterei betreibt, nutzte die Gelegenheit, um auf dem erworbenen Land eine Streuobstwiese anzulegen. "Ich will das Grundstück gleich neben meiner Haustür idyllisch gestalten", erklärte er. Gepflanzt hat er vor allem alte und bewährte Obstsorten wie den Edelborsdorfer, Altländer Pfannkuchenapfel, James Grieve oder den Königsapfel - je als als Viertel-, Halb- und Hochstammgewächs. Dazu hat sich der Familienvater von fachkundigen Obstexperten beraten lassen. Ergänzt werden die circa 30 Obstbäume durch mehrere Blühstreifen sowie Obsthecken. Auch ein paar Apfelsorten aus neuerer Zeit bekommen ihren Platz.

"Wenn ich moste, kommen Kindergartengruppen und Schulklassen aus der Region oder sogar aus Chemnitz zu mir. Die meisten machen einen Wandertag. Ich möchte den Kindern dann gern neben der Saftgewinnung auch die Streuobstwiese erklären", sagt Klitzsch.

Dazu will er noch Infotafeln an den Bäumen anbringen und auch ein Insektenhotel einrichten. Vor dem Pflanzen der Bäume hatte er bereits einige Gartenlauben abreißen und alte Pflanzen und Beete räumen lassen müssen. Vereinschef Josef Mauser findet das in Ordnung so. Er ist der Meinung, dass die Streuobstwiese die beste Möglichkeit ist, das Gebiet der Kleingartenanlage beziehungsweise die leer stehenden Parzellen nicht verwildern zu lassen.

11 Kommentare
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    meynhard
    28.10.2020

    Da sind ja interessante Sorten dabei. Da werd ich wohl mal weiter recherchieren.