Kinder fotografiert? Geringswalder in Sorge

Weil sie die Befürchtung hatten, dass ein Mann aus einem Auto heraus ihre Kinder ablichtet, wandten sich Eltern an die Polizei. Tatsächlich trafen die Beamten auf jemanden, der mit seinem Handy hantierte. Aber Fotos hat er nicht gemacht.

Geringswalde.

Aufregung unter Geringswalder Eltern: Kinder hatten erzählt, dass an der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße immer wieder ein Mann in einem Auto sitze und sie fotografiere, während sie an der Haltestelle stehen.

Besorgte Mütter und Väter alarmierten die Polizei. Die Beamten haben sich daher am Dienstag selbst an die Bushaltestelle gestellt. Tatsächlich trafen sie auf einen Mann, der im Auto sitzend mit seinem Handy hantierte. Doch der Fall lag völlig anders, als zunächst angenommen.

"Er hat nicht fotografiert, sondern ein Online-Spiel mit seinem Handy gespielt", sagte Polizeisprecher Andrzej Rydzik, der sich am gestrigen Mittwoch an die "Freie Presse" gewandt hat, um die Sache aufzuklären. Wie er berichtete, handele sich bei dem Spiel um eines, das an "Pokémon Go" erinnerte. Es ermittelt durch GPS-Daten den Standort des Handybesitzers und nutzt Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und Gebäude der realen Welt zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt. Mittlerweile gibt es viele andere Spiele, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

"Das Spiel, das der Mann spielte, fordert die Nutzer auf, sich an bestimmte Positionen zu begeben. Er hat den Polizisten berichtet, daher nahezu täglich bei der Bushaltestelle mit seinem Auto zu halten", so Rydzik. Es sei für die Polizisten offensichtlich gewesen, dass er tatsächlich spielt und nicht fotografiert. Es sei nichts strafrechtlich relevantes festgestellt worden. "Es kann ihm nicht verboten werden, an der Bushaltestelle zu spielen. Die Wirkung seiner Handlung ist ihm aber geschildert worden", so Polizeisprecher Rydzik. Er habe eingesehen, dass sein Verhalten auf andere befremdlich wirke.

In der Geringswalder Diesterweg-Grundschule, die sich an der Bahnhofstraße befindet, wusste man von der Aufregung nichts. Man habe keine Hinweise von Eltern erhalten, teilte Schulleiterin Silke Simon auf Nachfrage mit. Bürgermeister Thomas Arnold kannte den Fall aus dem Lagebericht der Polizei. Direkte Hinweise von Eltern habe aber auch er nicht erhalten.


Augmented Reality-Spiele: So funktionieren sie

Es gibt eine Vielzahl von Computerspielen, die auf Smartphones gespielt werden können und nach dem Prinzip der Augmented Reality funktionieren. Dieser Begriff beschreibt, dass sie die Realität virtuell durch Spielfiguren, wie Fabelwesen, ergänzen. Viele Spiele basieren auf der Geolokalisierung. Sie nutzen Karten, Stadtpläne und Dinge wie Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Straßen als Grundlage. Daraus erstellen sie die Spielarena.

Der Spieler bewegt sich mit seinem GPS-fähigen Handy durch die Umgebung und muss Aufgaben lösen, beispielsweise Schätze finden oder Fabelwesen fangen.

"Pokemon Go" und "Harry Potter: Wizards Unite" sind bekannte Spiele, die auf dem Prinzip der Augmented Reality basieren.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    1
    Pixelghost
    10.10.2019

    Ich werde niemals mehr, wenn ich auf meine Frau warte - sie arbeitet in einer Kindertagesstätte - mein Mobiltelefon in die Hand nehmen, um über einen gewissen Streaming-Dienst Musik zu hören.



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