Kläranlage - die kleine Schwester wächst

Der Wasserzweckverband ZWA rüstet in Penig auf. Die neue Vor-Klärstufe soll im September fertig sein. Das ist Voraussetzung, um die große Anlage im Ortsteil Amerika erweitern zu können.

Penig.

Die neue Flotationsanlage, die der Wasserzweckverband ZWA zurzeit im Peniger Gewerbegebiet Tauscha errichten lässt, nimmt zusehends Gestalt an. "Die unterirdischen Leitungen liegen bereits. Zurzeit finden Betonarbeiten statt, die erste Technik wird eingebaut", erklärt ZWA-Technikchef Ulrich Pötzsch. Im September soll diese neue Vor-Klärstufe fertig sein. Dann schließt sich der Erweiterungsbau an der Kläranlage Amerika an - mit rund 11,5 Millionen Euro die bislang größte Einzelinvestition in der Verbandsgeschichte. Die Leistungen werden derzeit europaweit ausgeschrieben. Mitte Oktober, so sieht es der Plan vor, soll der erste Spatenstich vollzogen werden.

Die Erweiterung der Klärkapazitäten ist laut Pötzsch dringend notwendig, weil traditionelle Unternehmen wie die Papierfabrik ihre Produktion verändert und neu angesiedelte Betriebe wie beispielsweise die Kohrener Landmolkerei ihre Produktion erweitert hätten. Rund 1,8 Millionen Euro - davon sind 85 Prozent Fördermittel - wird allein diese Vor-Klärstufe kosten. Die millionenschwere Investition, wodurch die Kapazität der jetzigen Kläranlage in etwa verfünffacht wird, sei notwendig, um die erforderliche Klärung zu erreichen und das erhöhte Aufkommen an Abwässern künftig beherrschen zu können. Laut ZWA arbeite die bestehende Anlage, in die neben Schoeller Technocell und der Landmolkerei auch solche Unternehmen wie Siemens, das Emaillierwerk und weitere Firmen ihre Abwässer einleiten, bereits am Limit.

ZWA-Verbandsvorsitzender und Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger hatte deshalb mehrfach auf eine Erweiterung der Klär-Kapazitäten gedrängt, um das aus den Gewerbegebieten anfallende Abwasser in der vorgeschriebenen Form reinigen zu können. Auch sei man damit gerüstet, wenn sich weitere Unternehmen in den Gewerbegebieten ansiedeln sollten. Wie aus dem ZWA mehrfach verlautete, sei das Geld für diese Großinvestition bereits in den Abwasserpreisen einkalkuliert. Finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit diesem Neubau werde es für die Bürger nicht geben.

Die neue Flotationsanlage, wo eine erste Reinigung der anfallenden Abwässer vorgenommen wird, bedient sich eines besonderen chemisch-physikalischen Verfahrens. Partikel und Stoffe aus dem Abwasser werden dort erstmals herausgefiltert, um den Eintrag von schädlichen Stoffen in die Kläranlage Amerika zu reduzieren. Das sorgt letztendlich für weniger Rückstände im Peniger Abwasser. Ende Dezember 2020 soll die neue Großanlage in Amerika in den Probebetrieb gehen. Mit ihr werde eine Erweiterung der sogenannten Einwohnergleichwerte von reichlich 8000 auf dann 40.000 erreicht - vergleichbar mit dem Abwasser, das von jeweils dieser Anzahl an Einwohnern produziert wird.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...