Kreativität steckt Kinder an

Sie helfen in Kindergärten, gestalten Angebote für Schulkinder, kümmern sich in Krankenhäusern um Patienten und packen im Naturschutz mit an - Freiwillige sind in vielen sozialen Einrichtungen im Einsatz. Die "Freie Presse" stellt engagierte Männer und Frauen vor. Heute: Nadine Müller

Weißbach.

Nachdem Nadine Müller ihren Realschulabschluss geschafft hatte, wollte sie nicht sofort ins Berufsleben starten. Deshalb entschied sie sich für ein Jahr Freiwilligen Dienst. "Ich habe mir verschiedene Stellen angeschaut, und die Naturkinder Weißbach haben mir am meisten zugesagt", berichtet die 17-jährige Wechselburgerin. "Für uns war das die beste und schnellste Lösung, denn eine Erzieherin bei uns ist schwanger und fällt erst einmal aus", erzählt Leiterin Romy Seidel, die erstmals eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Landkreis Mittweida Krankenhausgesellschaft beantragt hatte.

Seit September 2018 ist Nadine Müller nun in den Alltag des Betriebskindergartens mit 16 Mädchen und Jungen im Alter von einem bis sechs Jahren eingebunden. "Sie ist sehr interessiert, aufmerksam und geht respektvoll mit den Kindern um. Die Mädchen und Jungen lieben sie", berichtet Romy Seidel. Die Eingliederung sei reibungslos verlaufen, da alle Kinder in einer Familiengruppe von drei Erzieherinnen betreut würden und die junge Frau nie alleine sei.


Nadine Müller hilft beim Waschen, Essen und Anziehen der Jüngsten mit und übernimmt auch verschiedene Putzarbeiten. Zudem hat sie die Bastel-AG "Die kleinen Naturkünstler" ins Leben gerufen, denn kreativ sein, liegt der 17-Jährigen besonders. "Mein Wunsch war eine Ausbildung zum Bühnenmaler, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher und werde mich auch als Sozialassistentin bewerben", erklärt Nadine Müller, die dennoch Bewerbungen an verschiedene Theater verschickt hat. Wie ihre Entscheidung ausfällt, wenn sie von beiden Seiten einen positiven Bescheid erhält, ist noch offen.

Das FSJ sei für sie aber eine tolle Bereicherung. "Vor allem für junge Leute, die nach der Schule noch nicht wissen, was sie tun sollen. Aber auch für Ältere, die einmal einen anderen Bereich kennenlernen wollen", sagt die junge Frau, die jetzt jeden Tag 8 Uhr in der Kindereinrichtung ihrem Hilfsjob nachgeht. Viel Zeit verbringen die Kinder in der Natur, jeden Mittwoch wird gewandert und die Umgebung erkundet, auch der Garten und die Tiere spielen im täglichen Kindergartenalltag eine wichtige Rolle. Meist wird Mittagsschlaf in den Hängematten zwischen den Bäumen gehalten. Und Nadine Müller ist überall dabei. Besonders schön findet sie die Ausflüge in die Natur, wenn es mit den Bollerwagen los geht. Auch das Blütenfest, der Fasching und die Geburtstage der Kinder sind besondere Ereignisse für die Jugendliche.

Eine besonders schwierige Situation war der Tod einer Mutter. "Wir haben im Kindergarten darüber gesprochen, dem Kind und Vater Trost gespendet und versucht, zu unterstützen", berichtet sie. Erst kürzlich war Nadine Müller mit dem Kindergarten beim Sommerfest im Museum Schwarzbach mit dabei und bot ihre bunten Blüten an, die sie mit den Kindern gebastelt hatte.

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