Kulturverein zeigt Lebenswerk eines Malers

Die Verbindung von Musik und Malerei ist in einer neuen Ausstellung in der Galerie Art Forum zu sehen. Besucher können dabei Bands erraten.

Burgstädt.

Der Kulturverein hat einen Künstler nach Burgstädt geholt, der faktisch sein Lebenswerk in der Galerie Art Forum zeigt. In der Ausstellung sind Bilder aus den zurückliegenden 52 Jahren des Bremer Malers und Zeichners Merten Sievers zu sehen, sagt Vereinsmitglied Florian Mehler.

Die Ausstellung besteht aus sechs Teilen, die sich allerdings aufeinander beziehen und bei der Eröffnung mit der Musik der Band Strawberries eine Installation darstellten. "Es handelt sich um Malerei auf Papier, Grafiken als Mischtechnik und Digitaldrucke, die Fotos von selbsterstellten Objekten in virtuelle Räume verwandeln, erläutert Mehler. Die prägende Wirkung früherer künstlerischer Arbeiten von Sievers sei das Thema. Die wechselnden Stimmungen seiner Bilder in dieser Ausstellung spiegelten wichtige Phasen der frühen Pop- musik, die in all ihren Spielarten auch heute noch präsent sind, wider.

"Popmusik war Ausdruck einer weltweiten Jugendbewegung, die in ihren Auswirkungen bis heute Kultur, Politik und Alltag verändert hat", sagt Mehler. Der Titel der Ausstellung enthalte Stichwörter eines bekannten Zitats von Hermann Hesse: "... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Der Wunsch der Heranwachsenden nach Veränderung mobilisiere enorme Energien - nicht nur für die Mode- und Musikindustrie.

Das Projekt "A Day in the Life" in dieser Ausstellung wurde Mitte der 1980er-Jahre begonnen und nach 2000 mit dem Computer weiter bearbeitet. "Der Form nach ein Familienalbum, wie aus älterer Zeit, scheint es den gleichnamigen Beatle-Titel zu illustrieren", so Mehler. Das populäre, etwas altmodische Format soll die generelle Verwendung von Fotografie im privaten Alltag reflektieren. Mit eigenem Fotomaterial werde die Methode der Beatles, Alltagserfahrungen in ihre Musikstücke zu integrieren, aufgegriffen. Aber nicht als Musik, sondern mit originalen Fotografien. Merten Sievers stellt in der Ausstellung eine mit dem Computer überarbeitete Fassung vor.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausstellung zeigt noch deutlicher das ausgeprägte Interesse des Künstlers am Experiment, sagt Mehler. Die Basis dafür bildeten gründliche Erfahrungen in der Zeichen- und Kompositionstechnik. Dort spielten Konzepte aus der Tradition des Dadaismus und Surrealismus eine wichtige Rolle. Das werde beispielsweise deutlich in der Serie "Submarine", erläutert Mehler. Beim gleichnamigen Titel der Beatles werde das zerstörerische Unterseeboot zum "niedlichen Kinderspielzeug".

In einem weiteren Teil der Serie "Zettelwirtschaft" des Künstlers Sievers sind Montagen zufällig entstandener Skizzen zu finden. Dadurch entstehen sehr komplexe Strukturen, die in einem weiteren Bild mit dem Computer neu bearbeitet werden, sagt Mehler. Es gehe um das tragische Schicksal des ehemaligen Bandleaders von Pink Floyd, Sid Barrett.

Die Ausstellung ist bis Februar in der Galerie Art Forum in Burgstädt, Straße der Deutschen Einheit 29, zu sehen. Geöffnet ist dienstags, mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr,donnerstags von 15 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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