Landrat weitet Coronaregeln ab sofort aus

Matthias Damm will vor allem Pflegeheimbewohner schützen. Maskenpflicht und Alkoholverbot sind ab Freitag verschärft.

Freiberg.

Die aktuelle Entwicklung der Covid-19-Infektionen in Mittelsachsen hat den Landkreis veranlasst, seine Allgemeinverfügung vom 30. November 2020 zu verschärfen. Hintergrund sei vor allem, teilte die Kreisbehörde am Donnerstag mit, die Bewohner von Pflegeeinrichtungen zu schützen.

So ist laut Landratsamt ab dem heutigen Freitag vorgeschrieben, bei Besuchern von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens im Landkreis unmittelbar vor dem Betreten der Einrichtung einen Antigen-Schnelltest durchzuführen. Alternativ könnten die betreffenden Personen auch einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein dürfe. In Pflegeeinrichtungen müssten sich auch Bewohner testen lassen, wenn sie das Haus verlassen und Kontakt mit Dritten gehabt haben. Mitarbeiter müssten sich mindestens ein Mal pro Woche testen lassen.

Ausgeweitet werde auch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, hieß es weiter aus dem Landratsamt: Diese bestehe nun im gesamten öffentlichen Raum, wo sich Menschen begegnen. Auch der Ausschank und Konsum von Alkohol werde im gesamten öffentlichen Bereich verboten.

Die Allgemeinverfügung ist nach Angaben der Behörde im elektronischen Amtsblatt des Landkreises veröffentlicht worden und tritt am heutigen Freitag in Kraft. Landrat Matthias Damm (CDU) appelliert, angesichts der kritischen Situation in den Kliniken diese Regeln einzuhalten und Kontakte zu minimieren. "Weiterhin haben wir hohe Zahlen an Fällen und die Krankenhäuser sind in einer kritischen Situation. Man muss es deutlich sagen: Es geht um die Gesundheitsversorgung für alle. Es kann jedem von uns passieren, dass wir sie ganz schnell und im hohen Maße benötigen - daher: Bitte halten Sie sich an die Regelungen und beachten Sie die Hygiene", mahnt der Kreischef.

Das mittelsächsische Gesundheitsamt hatte am Donnerstag im Landkreis 117 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Insgesamt sei die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen zwischen Neuhausen und Rochlitz damit seit März auf 5843 gestiegen. Den Angaben der Verwaltung zufolge wurden davon 742 für den Altkreis Döbeln gemeldet, 2047 für den Altkreis Mittweida und 3054 für den Altkreis Freiberg. Seit Beginn der Pandemie seien 11.902 Quarantänebescheide erlassen worden.

Die Anzahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen, stieg laut Landratamt am Donnerstag um 5 auf 52. Verstorben seien zwei Frauen im Alter von 76 und 86 Jahren sowie drei Männer, die 83, 84 und 89 Jahre alt gewesen seien. Aktuell würden in den mittelsächsischen Krankenhäusern 141 Coronapatienten stationär behandelt, davon müssten 16 beatmet werden.

Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin waren am Donnerstag noch zwei der insgesamt 52 Betten auf den Intensivstationen im Landkreis Mittelsachsen frei. Den Angaben des Vereins zufolge mussten dabei 19 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden.


Fieberambulanz verlegt

Die neuen Coronaregeln würden der Bevölkerung vom Landratsamt Mittelsachsen auf allen Kommunikationswegen bekannt gemacht, "die uns zur Verfügung stehen", sagt Behördensprecher André Kaiser. Als Beispiele nennt er Biwapp, Soziale Medien, klassische Medien und den eigenen Internetauftritt. Wie bei Zuwiderhandlungen zu verfahren sei, wenn der Betreffende angibt, die neue Verordnung nicht zu kennen, müsse im Einzelfall entschieden werden.

Im Freiberger Krankenhaus ist die Ambulanz für Corona-Abstriche "Fieberambulanz - Corona- & Grippediagnostik" erneut verlegt worden, um der Notfallaufnahme mehr Platz zu geben. Laut Sprecherin Ulrike Träger befindet sie sich nun wieder im nördlichen Flügel. Die "Notfallaufnahme für Infektionserkrankungen" (ausgeschildert mit dem roten Koffer) bleibe als Anlaufstelle für Covid-19-positive Notfälle und andere Notfälle mit Infektionssymptomen erhalten. (jan)

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22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    Tauchsieder
    11.12.2020

    Verboten ist verboten, wie will man da ein Alkoholverbot verschärfen, nicht einmal die Flaschen mehr anschauen, oder was?
    Völliger Unsinn!

  • 5
    2
    Kellmar
    11.12.2020

    Statt auf Montag zu warten, bis es eine landesweit vorbereitete und allgemin gut bekannte Regel gibt, nun dieser Aktionismus, der ohne Wirkung sein wird. Die die das Lesen, halten sich eh schon daran, aber die es lesen sollten interessieren sich halt auch nicht dafür.