Lastwagen müssen langsamer fahren

Mit der Großbaustelle im benachbarten Rochlitz hat der Verkehr durch Wechselburg zugenommen. Die Bauarbeiten sind nun abgeschlossen, doch die Situation hat sich nur geringfügig verbessert.

Wechselburg.

Auf Wechselburgs engen Straßen ist nach wie vor Vorsicht geboten, besonders bei Gegenverkehr. Das kann Gerd Zillmann vor seinem Lebensmittelgeschäft am Kastanienplatz und direkt an der Ortsdurchfahrt sehr gut beobachten. Seit im April die Bauarbeiten an der Bundesstraße 107 in Rochlitz begonnen wurden, nutzten viele Verkehrsteilnehmer die Wechselburger Ortsdurchgangsstraße als Alternativroute. Die eigentlich ausgeschriebene Umleitung über Bad Lausick, Colditz, Geithain sowie das Harthaer Kreuz ließ sich so wesentlich abkürzen.

Seit dem 12. August sind die Arbeiten in Rochlitz nun abgeschlossen. Für die Verkehrssituation in Wechselburg bedeutet das zumindest vorerst eine geringfügige Entspannung. Hiesige Fahrzeuge nutzen die Straße natürlich weiterhin, sagt der Geschäftsinhaber. "Aber die ganz großen Lastwagen mit Überlänge und auswärtigen Kennzeichen sind weniger geworden. Und es ist jetzt Urlaubszeit, das merkt man auch", so Zillmann. Trotz des verminderten Verkehrsaufkommens blickt der Wechselburger aber sorgenvoll in die Zukunft. "Wenn die B 175 Richtung Rochlitz ausgebaut wird, dann wird unser Ort sicher wieder rege als Umleitungsstrecke genutzt", sagt er.

Das 1,3 Kilometer lange Teilstück auf der Bundesstraße vom Abzweig Sörnziger Weg bis zur Noßwitzer Senke soll im kommenden Jahr durch die Landesstraßenbaubehörde saniert werden. Auf dem Abschnitt soll ein Unfallschwerpunkt beseitigt werden.

Um dem erhöhten Lkw-Verkehr in ihrem Ort entgegenzuwirken, hatte Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) sich bereits mehrfach an den Landkreis gewandt, der für die Kreisstraße, die durch den Ort führt, zuständig ist. Daraufhin ordnete die Behörde eine Geschwindigkeitsreduzierung für den Lkw-Verkehr auf 30 Stundenkilometer für den gesamten Bereich der Ortsdurchfahrt an. Aufgestellt sind die Schilder zwar noch nicht, bestätigte der Wechselburger Bauamtsleiter Michael Fanslau. "Aber der Landkreis hat bereits gemeinsam mit der Straßenmeisterei die Standorte für die Schilder abgestimmt." An mindestens sechs Standorten sollen an Ortsein- und -ausgängen sowie Straßeneinmündungen die Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder mit entsprechender Zusatzbeschilderung für Lastkraftwagen angebracht werden. Für die Anwohner sollen sich daraus keine Einschränkungen ergeben, ergänzt Fanslau.

Gerd Zillmann will die geplante Beschränkung für Lastwagen vorerst nicht bewerten. "Die Laster fahren ja auch jetzt nicht extrem schnell, das gibt die Straßenführung gar nicht her. Aber inwieweit sich die Situation durch die Schilder verbessert, kann nur die Erfahrung zeigen", so der Lebensmittelhändler.

Die Gemeinde will sich indessen weiterhin für eine entspanntere Verkehrssituation in ihrem Ort stark machen. Eine Bürgerbeschwerde mit insgesamt 351 Unterschriften hat die Verwaltung bereits am 29. Juli dieses Jahres an den Landkreis gesendet.

Den Eingang der Unterschriftensammlung bestätigte der Sprecher des Landratsamtes, André Kaiser, auf Nachfrage der "Freien Presse". "Mit der Einführung einer Geschwindigkeitsreduzierung für Lastkraftwagen auf der Kreisstraße in Wechselburg haben wir einen wichtigen Schritt zur Verbesserung vor Ort gemacht." Die Beschilderung soll durch die zuständige Straßenmeisterei bis zum 4. September angebracht werden, ergänzt der Pressesprecher.

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