Mit dem Zug von Döbeln nach Dresden

Sachsens Ministerpräsident engagiert sich für eine Anbindung der Kleinstadt an die Landeshauptstadt. Auch Mittelsachsens Kreisräte beschäftigt das Thema.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) macht sich für den Schienenverkehr in der Region stark. "Wir möchten, dass Döbeln gut an Dresden und Leipzig angeschlossen ist. Dafür brauchen wir eine vernünftige Lösung. An der wird jetzt gearbeitet", sagte er bei einem Besuch in der Stadt.

Torsten Kleditzsch

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Der Freistaat verlege bewusst Landesbehörden in ländliche Region, so wie jetzt den Landesrechnungshof nach Döbeln. Dafür müsse auch eine funktionierende Zugverbindung in die Landeshauptstadt vorhanden sein. Das sei die Forderung, die ihm der Hauptpersonalrat mitgegeben habe, erklärte Kretschmer. "Ohnehin hat Döbeln super Zukunftschancen. Die Stadt ist mit Autobahn und Bahn logistisch gut gelegen, es gibt noch Platz für die Ansiedelung von Familien und Firmen sowie Start-up-Unternehmen. Wir brauchen solche gut funktionierenden Mittelzentren", so der Politiker.

Der Vorsitzende des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG), Lunzenaus Bürgermeister Ronny Hofmann, hörte das gern. "Es ist für uns Bürgermeister wichtig und erfreulich, dass wir die Gelegenheit bekommen, Probleme direkt ansprechen zu können", sagte Hofmann. Diese Gelegenheit nahmen er und rund 50 mittelsächsische Bürgermeister bei einer Gesprächsrunde im Döbelner Rathaus wahr.

Die Zuganbindung des nördlichen Teil Mittelsachsens an die Landeshauptstadt beschäftigte in der vergangenen Woche auch die Kreisräte. Mehrheitlich stimmte das Gremium bei der letzten Sitzung der aktuellen Legislatur einem Antrag der gemeinsamen Fraktion von SPD und Grünen zu, wonach der Kreistag sich dazu bekennt, eine Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Döbeln-Dresden zu unterstützen. Fraktionschef Axel Buschmann räumte ein, dass die Kreisräte auf den Prozess zwar keinen direkten Einfluss haben, dass seiner Fraktion aber die politische Willenserklärung wichtig ist. "Döbeln, Roßwein, Nossen - aus dem Teil des Landkreises sollte man schnell und komfortabel nach Dresden kommen", sagte er. Im Antrag der Fraktion wird eine Verbindung ohne Umsteigen gefordert. Wochentags soll der Zug jede Stunde fahren, am Wochenende mindestens alle zwei Stunden.

Landrat Matthias Damm (CDU) erklärte, dass es ausführliche Beratungen zu der Bahnstrecke mit den beteiligten Verkehrsverbünden gegeben habe. Da von der 41 Kilometer langen Strecke knapp 25 auf dem Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe liegen, sei dieser zuständig. Damm berichtete, dass bereits eine Variantenuntersuchung in Auftrag gegeben worden sei, über die Anfang April gesprochen werde.mit döa

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