Mit Sprüchen auf Schaufenstern gegen den Leerstand

Für verwaiste Geschäfte in Rochlitz sollen wieder Mieter gefunden werden. Gewerbeverein und Stadt haben drei Werbeagenturen um Ideen gebeten.

Rochlitz.

"Geh nicht vorbei!", "Viva la Laden!" oder "180 qm für deine Produkte!": Diese und ähnliche Sprüche könnten demnächst auf Schaufenstern leerstehender Läden in der Rochlitzer Innenstadt zu finden sein, auf bunten Aufklebern in Größe 80 mal 90 Zentimeter. So sieht es ein Konzept vor, das die Brüder Dominique Schilling (36) und Christian Schilling (33) erarbeitet haben. Gemeinsam betreiben sie die Firma Oppressus in Rochlitz, bieten Dienstleistungen in den Bereichen Werbung und Druck an.

Für leerstehende Geschäfte in der Stadt sollen Mieter gefunden werden. Daher haben Gewerbeverein und Stadtverwaltung drei Rochlitzer Marketingagenturen angesprochen, Ideen zur Schaufenstergestaltung zu erarbeiten. Oppressus überzeugte am Ende am meisten.

Auf den überdimensionalen Aufklebern befindet sich ein QR-Code, den man übers Handy einscannen kann, sagt Dominique Schilling. So erhalten Interessierte Informationen zum Objekt und die Kontaktdaten des Vermieters und sie können Fotos der Innenräume sehen. Auch gibt es eine Internetseite zu den verwaisten Objekten.

"Wir setzen auf Zuzug", sagt Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos). Angesprochen werden sollen vor allem auch Interessierte aus dem Umfeld von Rochlitz, etwa, wenn sie zu Veranstaltungen in der Stadt weilen. Für die Aktion stellt die Stadt in diesem Jahr noch ein Budget von 3500 Euro bereit. "Damit können sich dieses Jahr noch 15 Läden an der Aktion beteiligen", so Dehne. Mit dem Konzept will man nun auf die Vermieter zugehen und fragen, ob sie mitmachen möchten. Für sie ist die Teilnahme kostenlos.

Für jede der Agenturen gab es 333,33 Euro, für die Sieger weitere 500 Euro. "Den ersten Aufkleber würden wir gern vor dem Händlerherbst am 14. September kleben haben", so Dehne. Das Konzept von Oppressus sei gut durchdacht, innovativ, aussagekräftig, ansprechend, sagt Sandy Löbel vom Gewerbeverein. Auch die anderen Konzepte seien mit guten Ideen verbunden gewesen. "Die Entscheidung ist uns schwer gefallen", so Löbel. Besprochen werden soll, ob auch die anderen zwei Entwürfe im Stadtbild Verwendung finden könnten.

Die Agentur C1 Reklame thematisierte Personen der Stadtgeschichte. So hätte etwa neben Infos zu Johannes Mathesius auf dem Schaufenster die Idee gestanden, ein Büchercafé einzurichten, neben einem Porträt von David Storl, einen Sportladen zu eröffnen, sagt Inhaberin Sandy Schulze. Frank Weimann von Werbung Weimann regte an, Schlagwörter als Ideen für Gewerbe aufs Glas zu bringen, dazu eine beklebte Bodenfläche vor dem Objekt und eine Art Kioskfahne, die von der Seite zeigt, dass der Laden frei ist.

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