Mohawk-Band greift nach fast 40 Jahren nochmals in die Saiten

Die Lehrlingsband der Peniger Betriebsberufsschule spielte Anfang der 1980er-Jahre zum Tanz. Zum Jubiläum ihrer damaligen Stammkneipe treten die Musiker am heutigen Samstag nahezu in Originalbesetzung in der "Rollmopsschänke" auf.

Penig.

Bodo Martin kramt genüsslich in seinem Fotoalbum. Seite für Seite Schwarzweiß-Fotos und alte Zeitungsausschnitte. Zu jedem fällt dem Musiker eine Geschichte ein. Und dann ein farbiges Plakat. Es stammt vom 11. Oktober 1983 und wirbt für einen Auftritt der Gruppe Mohawk im Jugendklub Penig. Dort gab die Lehrlingsband der Betriebsberufsschule des Getriebewerkes und der Papierfabrik Penig damals eines ihrer ersten Konzerte.

Neil Young, John Denver oder Donovan - der gleiche Musikgeschmack und das Interesse für Folk Musik hatte 1982 Bodo Martin, Frank Hippe, Jens Mann, Tino Kunze, Ines Schmoranz, Artur Köhler und Techniker Mario Eichler an der Berufsschule zusammengebracht. "Es hat sofort gepasst. Noch am ersten Abend haben wir die Band gegründet", weiß Bodo Martin noch genau. Da war die Frage von Lehrer Ralf Fischer, der seinerzeit bei der Lunzenauer Band Metrons spielte und wissen wollte, wer in einer Schülerband mitmachen möchte, eigentlich überflüssig. "Spontan gingen unsere Arme hoch."

Fortan wurde fleißig geprobt. Es folgten Auftritte im Peniger Kulturhaus und im Jugendklub, auch bei Betriebsvergnügen der Papierfabrik. Unter Anleitung von Ralf Fischer schaffte die Band Mohawk im April 1983 den Sieg bei der Kulturspartakiade der Lehrlinge im Rochlitzer Bürgerhaus. Die Idee für den Bandnamen hatte Bodo Martin. "So hießen damals zu DDR-Zeiten Gitarrensaiten für die Akustikgitarre", erzählt er. Mohawk ist zudem der Name eines Indianerstamms. Die Verbindung Gitarre und Folk Musik habe der Bandname sehr treffend widergespiegelt, findet er. Und die Band hatte mit "Fluß der Liebe" sogar einen eigenen Titel, über dessen Text Bodo Martin heute etwas schmunzeln muss: "Na ja, wie das so ist, wenn man jung ist."

Während ihrer Berufsschulzeit von 1982 bis 1984 waren die Bandmitglieder Stammgäste in der nur wenige hundert Meter entfernten Peniger "Rollmopsschänke". "Wir haben dort ganz gepflegt Bier getrunken", sagt Bodo Martin heute. Streit habe es nie gegeben. Kneipenchef Harry Wengler kann das bestätigen. "Für die Leute aus dem Lehrlingswohnheim war ständig ein Tisch reserviert." An jeden einzelnen könne er sich nicht mehr so genau erinnern. Aber schön fand er die Idee von Bodo Martin. Denn der hatte vorgeschlagen, dass die Band Mohowk am heutigen Samstagabend anlässlich des Kneipenjubiläums im Biergarten spielt. Denn die "Rollmopsschänke" ist in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert im Besitz der Familie Wengler und hat somit etwas zu feiern.

Erwartet werden von der damaligen Mohawk-Band der Gründer und musikalische Kopf Artur Köhler. Auch Schlagzeuger Bodo Martin wird dabei sein. Der 53-Jährige spielt sonst den Kontrabass bei der Johnny-Cash-Tribute-Band Bandana und bei Bands wie Lattentatra und Erzgebilly. Auch Frank Hippe - Spitzname Troopy - hat sein Kommen zugesagt. Gitarrist Tino Kunze werde ebenso erwartet. 19 Uhr soll es losgehen. Zum Üben sei keine Zeit gewesen. So wird eben improvisiert.

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