Neuer Wald soll Kinder für Bäume begeistern

Eiche oder Ahorn? Viele der Jüngsten kennen die Unterschiede nicht. Das soll ein Projekt in Geringswalde ändern.

Geringswalde.

Begeistert greift Marek nach dem Birkenschössling und will das frische Grün gar nicht mehr loslassen. Was er da in der Hand hält, weiß der Zweieinhalbjährige noch nicht so genau. Seine Mutter Stephanie Schramm sehr wohl. "Ich kann Bäume bestimmen, weil uns das beigebracht wurde, als ich Kind war."

Die Erzieherin, die sich derzeit zur Sozialarbeiterin ausbilden lässt, möchte andere Eltern für ein Projekt gewinnen, das die Gruppe als einen Stadtwald für Kinder umschreibt. "Es ist erschreckend, dass Kinder häufig keinen Ahorn von einer Eiche unterscheiden können. Solches Wissen gehört doch zu den Grundlagen."


Ideengeber war unter anderem Ronald Häfner. "Mich hat das Projekt 'Plant for the Planet' beeindruckt, das gezielt für das Pflanzen von Bäumen wirbt." Und das könne man durchaus auch auf Geringswalde projizieren.

Auch Cathleen Panke macht sich stark für ein von Kindern gepflanztes und gut erreichbares Wäldchen. "Ich finde es wichtig, den Jüngsten fundiertes Wissen über die Natur nahezubringen, bis dahin, dass Müll dort nichts zu suchen hat", begründet das die Erzieherin.

Die Gruppe hat sich Linke-Kreisrat David Rausch ins Boot geholt. "Primäres Ziel sollte sein, dass uns die Stadtverwaltung ein Stück Land für dieses Projekt zuweist, und dass wir dann dort selbst aktiv werden können", sagte der Kommunalpolitiker.

Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) steht der Idee offen gegenüber. Zumal klar ist, dass der Bestand im Kommunalwald am Waldheimer Weg aufgrund starker Schäden an den etwa 250 Serbischen Fichten und nordamerikanischen Weymouthskiefern komplett gefällt werden muss. Das Areal könne man nach der Rodung zur Verfügung stellen.

Revierförster Wolfram Schmidt, beim Staatsbetrieb Sachsenforst zuständig für Kommunal- und Privatwald, hegte bereits im Januar und mit Bekanntwerden der Abholzung ganz ähnliche Vorstellungen. Nach seinen Plänen soll der Standort im Frühjahr 2020 wiederaufgeforstet werden. So kann sich der Fachmann etwa Laubgehölze, gemischt mit einigen Tannen, vorstellen. "Ich möchte gern die Kinder der Geringswalder Grundschule mit einbinden", kündigte er an. Der Förster weiß aus Erfahrung, dass Aktionen dieser Art etwas Nachhaltiges haben. Schmidt kann sich vorstellen, beim geplanten Projekt der Geringswalder Eltern und Kinder beratend mitzuwirken. Das Ganze müsse natürlich vorher gut durchdacht und geplant werden.

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