Neues Konzept für alte Grundschule in Königsfeld

Nach den Sturmtiefs der vergangenen Jahre ist der marode Dachstuhl des alten Gebäudes stark beschädigt. Nun besteht dringender Handlungsbedarf.

Königsfeld.

Seit 1993 steht die ehemalige Grundschule in Königsfeld leer. 16 Jahre Leerstand und die Sturmtiefs "Friederike" und "Eberhard" haben das 1957 errichtete Gebäude inzwischen stark beschädigt. Das Dach musste provisorisch abgesichert werden, bei schlechtem Wetter regnet es herein. Wenn das Gebäude erhalten bleiben soll, muss der Dachstuhl dringend erneuert werden.

Frank Ludwig, Bürgermeister von Königsfeld (parteilos), hat sich in den vergangenen Gemeinderatssitzungen für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen. In direkter Nähe zu dem Objekt stehen das Haus Bethanien, eine von der Diakonie betriebene Wohnstätte mit Tagesförderung für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung sowie ein Seniorenheim und der DRK Kindergarten "Wirbelwind". Aufgrund der Nähe dieser Einrichtungen gibt es bereits klare Vorstellungen, was mit der Schule passieren soll. "Wir brauchen in Königsfeld eine Tagespflege. Viele Familien tragen diesen Wunsch an mich heran", sagt Ludwig. In direkter Umgebung gebe es keine außerhäusliche Pflege und für eine solche Einrichtung, täglich bis nach Rochlitz zu fahren, sei eben nicht für alle Angehörigen machbar. "Einige der Familienmitglieder sind selbst sehr betagt. Die wissen nicht, wie lange sie den Weg bis nach Rochlitz noch schaffen", sagt der Gemeindechef.


Die Tagespflege würde sich gut in das Ensemble aus Kindergarten und Wohnstätten einbinden lassen. "Davon profitieren alle umliegenden Einrichtungen", findet Ludwig. Veranstaltungen, an denen sich beispielsweise Seniorenheim und Kindertagesstätte gleichermaßen beteiligten, könnten auch den Gästen einer Tagespflege-Einrichtung zugutekommen.

Für die Sanierung des Dachstuhls wurden inzwischen 48.000 Euro veranschlagt. Das Geld könnte die Gemeinde aus der sogenannten Kommunal-Pauschale beziehen. Die Pauschale in Höhe von 70.000 Euro stellt das Land Sachsen jeder Gemeinde seit 2018 drei Jahre lang zur freien Verfügung. Mit dem Zuschuss soll, unbürokratisch und schnell, der ländliche Raum gestärkt werden. In der vergangenen Ratssitzung wurden bereits 58.350 Euro aus der ersten Pauschale für Sanierungen verteilt. Darunter die Innensanierung der Schwarzbacher Festhalle, die des Dorfgemeindehauses in Stollsdorf und die Renovierung der Heimatstube in Weißbach. Die Entscheidung über eine Investition von 48.000 Euro in die alte Königsfelder Schule hatte der Rat bislang vertagt. Die Begründung: Man wisse nicht, ob die Bausubstanz noch in einem Zustand ist, bei dem sich eine Investition lohnt. Inzwischen, so Ludwig, habe jedoch eine Ortsbegehung mit den Räten stattgefunden. Er sei sehr zuversichtlich, dass die Erneuerung des Dachstuhls in die Wege geleitet werden kann. Das Gebäude sei ansonsten in einem soliden Zustand, man dürfe nur nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen. "Ich wünsche mir eine Umnutzung des Gebäudes im Interesse der Daseinsvorsorge für unsere Mitmenschen", sagt Ludwig. Gerade im ländlichen Raum sei das besonders notwendig. "Und da ich selbst dort zur Schule gegangen bin, liegt mir der Erhalt des Gebäudes auch persönlich am Herzen."

Gespräche mit einem potenziellen Betreiber der geplante Einrichtung hätten bereits stattgefunden. Dieser wolle sich auch aktiv an der Umgestaltung des Hauses beteiligen. Eine Entscheidung über die Investition ist zur nächsten Gemeinderatssitzung geplant.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...