Neunerlei und Selbstgeschnitztes vom Großvater

Das frisch getraute Paar Carolin und Julius Voigt mag es traditionell und feiert erstmals im eigenen Heim.

Wiederau.

Eine ganz besondere Freude machen sich Carolin und Julius Voigt zum Fest: Das frisch getraute Paar feiert Weihnachten im neu gebauten Haus gleich neben dem Haus der Eltern der jungen Frau in Wiederau.

"Wir sind schon letztes Jahr Mitte Dezember eingezogen, da war aber alles noch ziemlich provisorisch. Jetzt haben wir uns ganz gut eingerichtet und wollen die Weihnachtszeit hier so richtig genießen", sagt der 31-Jährige, der auch wieder einen Tannenbaum versorgen wird.

Im vergangenen Jahr wünschte sich Carolin zu ihrem Geburtstag am 13. Dezember einen festlich geschmückten Christbaum mit Beleuchtung und Behang. Beleuchtung und Schmuck, alles in Silber, will sie wiederverwenden, denn der so verzierte Baum gefällt ihr. Das sei traditionell und solle deshalb ungeachtet der Mode so beibehalten werden.

Bevor sich am Heiligabend alle bei Carolins Eltern treffen, wird der 23. Dezember bei Julius' Vater genutzt, um gemeinsam mit den Brüdern und deren Familien gemütlich beisammen zu sitzen. Aus terminlichen Gründen habe sich das gut bewährt und sei mittlerweile zum Ritual geworden.

"Ich freue mich auf das Fest, das ganz im Zeichen von Ruhe und Besinnlichkeit steht. Deshalb trinken wir am 24. gemütlich Kaffee und lassen den Tag später in geselliger Runde ausklingen", berichtet der 31-jährige Wiederauer, der als Müller in der Webermühle Braunsdorf tätig ist.

"Mit meiner Mutter bereite ich das Abendbrot vor, das bei uns so als ein halbes Neunerlei bezeichnet werden kann. Denn Mutti stammt aus Erdmannsdorf, und schon bei den Großeltern war dieses Essen üblich", erklärt Carolin, die als Anwältin tätig ist. So werden unter anderem Roster, Kartoffelsalat, Sauerkraut, Weißkrautsalat und Linsen aufgetischt. "Wenn alle satt und zufrieden sind, hole ich den Geschenkesack und verteile die Gaben. Dann müssen natürlich auch alle Gedichte aufsagen", erzählt Carolin Voigt.

Sie selbst hat viele Jahre von ihrem Großvater gedrechselte und geschnitzte Weihnachtssachen bekommen. Diese Einzelstücke wie Nussknacker, Räuchermänner und Schwibbogen hält sie in Ehren. Und stellt sie selbstverständlich zu jedem Weihnachtsfest auf.

Als Neunjährige, so erinnert sie sich, habe sie sich besonders gefreut, als sie vom Weihnachtsmann den lang ersehnten Wellensittich bekam. Und bei Julius war ein Trettraktor das Megageschenk als er fünf Jahre alt war. "Auf den war ich ganz stolz, deshalb kann ich mich daran so gut erinnern", sagt der junge Mann. Beide Voigts sind ehrenamtlich bei der Feuerwehr in Königshain aktiv. "Mit den Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr backen wir jedes Jahr Plätzchen für die gemeinsame Weihnachtsfeier mit den Jugendfeuerwehren unserer Gemeinde" berichtet die Leiterin der Kinderfeuerwehr.

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