Nicht mehr lesbar oder weg: Ersatz für alte Schilder kommt

Mehrere Erlauer wollen in die Jahre gekommene Infotafeln erneuern. Und im zweiten Schritt planen sie ein Onlineprojekt. Dann gibt's Wissenswertes auch aufs Handy.

Erlau.

Sie informieren über Mühlen im Erlbachtal, über die ehemalige Gaststätte Winterschänke in Neugepülzig oder darüber, wo einst die älteste Schule von Erlau stand - braune Schilder in Wappenform, mit weißer Schrift. Vor rund 20 Jahren wurden sie auf Initiative von Einwohnern in Erlau, Milkau, Naundorf, Neugepülzig und Sachsendorf an Stellen platziert, die heimatgeschichtlich bedeutsam sind.

Doch mehrere Schilder müssen dringend erneuert werden. Dieses Ziel verfolgen gemeinsam Mitglieder des Geschichtstreffs beim Heimatverein Milkau sowie des Vereins Generationenbahnhof Erlau. "Wir wollen zunächst insgesamt zehn neue Schilder anfertigen", sagt Berit Wittke vom Heimatverein. Fünf davon werden ersetzt, weil die Texte nicht mehr lesbar sind. Ein Schild stand am Erlauer Bahnhof und ist bei den Umbauarbeiten zum Generationenbahnhof abhandengekommen. Es soll mit aktualisiertem Text neu gefertigt werden. Zwei Schilder werden ersetzt, weil der Text nicht mehr aktuell ist. Dazu kommen zwei ganz neue Schilder.

Frank Ranft, ebenfalls vom Geschichtstreff, erstellt die Tafeln derzeit als Datei am Computer. Anschließend sollen sie von einer Fachfirma hergestellt werden. "Wir wollen versuchen, sie noch dieses Jahr aufzustellen", sagt Berit Wittke. Dabei könne man auch auf die Unterstützung durch den Bauhof der Gemeinde Erlau zählen. Insgesamt werden dann fast 40 Schilder im Ortsgebiet zu finden sein.

Die Idee der Erlauer reicht aber noch weiter. Markus Ahnert vom Generationenbahnhof Erlau hatte ganz unabhängig vom Heimatverein die Idee, die Schilder zu erneuern - und den Einfall, das Projekt mit dem Internet zu verbinden. So sollen die Tafeln in einem zweiten Schritt per Aufkleber mit einem QR-Code versehen werden. Scannt man das Zeichen mit einem Programm des Handys, gelangt man auf eine Internetseite. Auf dieser könnten dann umfassendere Informationen aufbereitet sein. Interessant wäre das nicht nur für die Erlauer, sondern auch Touristen, die etwa mit dem Rad durch die Gemeinde fahren. "Was auf dem Schild steht, steht einmal. Aber im Internet lassen sich die Informationen viel besser aktuell halten", erläutert Berit Wittke.

"Das Projekt soll auch die Menschen in den Ortsteilen verbinden", sagt sie weiter. Auch Markus Ahnert sieht die Chance zum Blick über den Tellerrand. Wer mitmachen will, kann Orte vorschlagen, wo ein solches Schild stehen könnte, sowie Wissenswertes zur Heimatgeschichte beitragen. Auch auf Gemeinden im Umkreis könnte das Projekt mittelfristig ausgeweitet werden.

Das Vorhaben erfährt bereits Anerkennung - auch finanziell. Denn der Heimatverein Milkau hat es beim diesjährigen Ideenwettbewerb der Förderregion "Land des Roten Porphyr" eingereicht. 18 Teilnehmer gab es, sie alle erhielten einen Zuschuss in unterschiedlicher Höhe. Die Erlauer können sich über ein Preisgeld von 1000 Euro freuen.

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