Oberschul-Anbau: Der Rohbau steht

Die Lunzenauer Oberschule braucht mehr Platz. Im Februar soll der neue Trakt an der Einrichtung fertiggestellt werden. Es entsteht ein Komplex mit sechs Räumen.

Lunzenau.

Es braucht viel Fantasie, sich den grauen Betonklotz vorm Haupteingang der Evangelischen Oberschule als das vorzustellen, was er in etwa vier Monaten sein soll: Ein moderner, in den Farben Blau und Gelb gehaltener Anbau. Bis dahin ist noch viel zu tun, aber auch bereits viel geschafft. "Der Rohbau steht, und auch die Verbindungen zum Schulgebäude sind geschaffen. Begonnen hat die Dachabdichtung", erklärte der zuständige Architekt Hans-Jürgen Preißler vom gleichnamigen Architektenbüro in Burgstädt. "Der Haupteingang erhält ein neues Treppenpodest. Im Erdgeschoss wird ein großer Raum mit 50 Quadratmetern für Ganztagesangebote und Elterngespräche sowie ein Integrationszimmer mit 27 Quadratmetern geschaffen." Darüber entstehen zwei Etagen mit insgesamt vier Klassenräumen auf 280 Quadratmetern.

Begonnen haben die Arbeiten Mitte März. "Das war gerade zu der Zeit, als wegen Corona die Schule geschlossen war. Für den Start war das recht günstig, denn so konnten unter anderem die lauten Baggerarbeiten stattfinden, ohne dass die Schüler beim Lernen gestört wurden", sagt Schulleiter Daniel Illgen. Corona hat trotzdem zu einer Verzögerung geführt. "Es gibt einen Verzug von etwa zwei Monaten", sagt Peter Jahr, Vorsitzender des Trägervereins der Schule. Aktuell werden nach Angaben von Architekt Preißler die Dachdecker durch einen Coronaverdachtsfall und Quarantäne für etwa zwei Wochen ausgebremst.

Dennoch geht es jetzt mit dem Innenausbau weiter. Das betrifft laut Preißler unter anderem den Einbau der Fenster und der Glasfassaden, die Fertigstellung der Dachabdichtung und -dämmung. Außerdem stehen noch Arbeiten an der Fassade und die Gestaltung der Außenanlage an. Ursprünglicher Termin der Fertigstellung war Ende Dezember. "Derzeit gehen wir aber von Februar aus. Das ist allerdings stark abhängig von der weiteren Entwicklung der Coronapandemie und deren Folgen. Von großem Einfluss ist auch die Witterung in den Herbst- und Wintermonaten", begründet Preißler.

Der Anbau war nötig geworden, weil die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Derzeit werden von der 5. bis zur 10. Klassenstufe rund 270 Schüler an der Evangelischen Oberschule unterrichtet, alle Jahrgänge sind zweizügig. "Wir gehen auch davon aus, dass das so bleibt. Die Anmeldezahlen sind sogar so hoch, dass man mit drei fünften Klassen starten könnte. Doch das werden wir nicht. Zum einen wäre da wieder ein Platzproblem, zum anderen bräuchten wir mehr Lehrer", sagt der Schulleiter. Er geht davon aus, dass der Platzbedarf nun gedeckt ist.

"Natürlich könnte es immer mehr sein. Als evangelische Einrichtung hätten wir uns beispielsweise einen Andachtsraum gewünscht. Auch für die Arbeitsgemeinschaften brauchen wir viel Platz. Aber ich meine, mit dem was jetzt entsteht, können wir gut arbeiten", erklärt Daniel Illgen. Fachräume, wie etwa das Physikkabinett, würden derzeit als Klassenzimmer genutzt und könnten dann wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden.

"Es wird alles wieder entzerrt durch die neu entstehenden Klassenzimmer. Ich freue mich und hoffe, dass der Anbau nun wie geplant fertig wird", sagt Illgen. "Uns ist es wichtig, die Lern- und Lehrbedingung zu verbessern", fügt Peter Jahr vom Schulförderverein hinzu. Der Verein als Bauträger hatte für die ursprünglich geplante Bausumme in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro bereits im vergangenen Jahr eine Förderung über 618.000 Euro vom Freistaat Sachsen bewilligt bekommen. Mitte des Jahres gab es die Zusage für einen weiteren Zuschuss über 136.000 Euro. "Wir haben festgestellt, dass es sinnvoller wäre, das Musikkabinett in den Neubau zu verlegen. So kann der Raum mit einem modernen Schallschutz versehen werden", sagt Peter Jahr. Daher waren die Kosten gestiegen und liegen nun bei rund 1,3 Millionen Euro. 180.000 Euro steuert die Stadt Lunzenau bei, den Rest - rund 395.000 Euro - übernimmt der Schulverein.

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