Oberschule oder Gymnasium?

Seit zwei Jahren steht Schülern wie Eltern die Wahl frei. Von der Grundschule gab es für 2300 Viertklässler in Mittelsachsen eine Empfehlung. In der Region Rochlitz zeichnet sich ein klares Bild ab.

Rochlitz/Seelitz.

Der Tag der Zeugnisausgabe ist eine Zäsur gewesen. Denn für die Mädchen und Jungen an den 73 Grundschulen im Landkreis Mittelsachsen steht eine wichtige Weichenstellung bevor. Schließlich erhielten die Viertklässler -2312 waren es laut Landesschulamt an staatlichen Schulen im Landkreis - neben den Zeugnissen eine Empfehlung für den weiteren Bildungsweg. In Mittelsachen stehen ihnen 29Oberschulen und zwölf Gymnasien zur Auswahl.

Die sogenannte Bildungsempfehlung ist seit 2017 nicht mehr verpflichtend. Im vergangenen Jahr wechselten dennoch knapp 62 Prozent der Schüler in Mittelsachen auf die Oberschule. Der große Ansturm auf die Gymnasien blieb aus. Ob dieser Trend anhält, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ein Blick auf einige Freiberger Grundschulen zeigt, dass bei den Bildungsempfehlungen keiner der Schultypen überwiegt.

Petra Döppling, Schulleiterin der Regenbogen-Grundschule in Rochlitz, sieht positiv auf die ausgegangenen Empfehlungen. Im laufenden Schuljahr 2018/2019 haben von 75Viertklässlern ihrer Schule 27 die Bildungsempfehlung fürs Gymnasium erhalten. Alle anderen erhielten eine Empfehlung für die Oberschule. Im Schuljahr 2017/2018 wurden unter 42 Schülern 19 Bildungsempfehlungen für die Oberschule und 23 für das Gymnasium verteilt. "Die Zahlen weichen natürlich voneinander ab, aber das ist völlig normal. Es gibt immer Schwankungen zwischen den Jahren", so Petra Döppling.

Das bestätigt Nico Eppert, stellvertretender Schulleiter der evangelischen Grundschule in Seelitz. Die Grundschule habe in diesem Schuljahr acht Bildungsempfehlungen für die Oberschule und 14 für das Gymnasium verteilt. Im vergangenen Jahr seien es elf für die Oberschule und zwölf für das Gymnasium gewesen.

Das Martin-Luther-Gymnasium Frankenberg hatte bereits am Freitag mit einem Tag der offenen Tür die Möglichkeit zur Anmeldung geboten. "Dort hatten wir bereits 67Anmeldungen", erklärt Schulleiter Ingo Pezold. "Inzwischen sind wir bei etwa 80 neuen Fünftklässlern." Pezold hofft, dass dies nur ein Zwischenstand ist und es bis 8. März noch weitere Meldungen gibt. "Wir pendeln derzeit zwischen der Drei- und der Vierzügigkeit", so der Schulleiter.

Am Gymnasium Mittweida geht Schulleiter Gerd Becker mindestens von der Dreizügigkeit aus. "Mit den Anmeldungen geht es langsam vorwärts, aber es ist ja noch Zeit", so Becker. "Im Vorjahr konnten wir gleich vier fünfte Klassen bilden, das ist in diesem Jahr nicht ausgeschlossen."

Die Erich-Viehweg-Oberschule in Frankenberg hat den Tag der offenen Tür nach den Winterferien geplant. Für Eltern besteht am 5. März von 15 bis 18 Uhr die Möglichkeit, ihre Kinder anzumelden. Im Mittelpunkt stehen die künftigen Fünftklässler mit ihren Eltern, die an diesem Dienstag die Möglichkeit erhalten, ihre neue Schule kennenzulernen. Führungen werden angeboten. (mit cbo/fa)


Wer darf aufs Gymnasium? Endgültiger Bescheid kommt bis 23. Mai

Um eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, müssen Grundschüler in Deutsch, Mathe und Sachkunde mindestens einen Notenschnitt von 2,0 erreichen. Sport, Musik, Kunst oder Werken spielen, genau wie Kopfnoten, keine Rolle.

Anmeldeschluss für Gymnasien und Oberschulen ist der 8. März. Einen endgültigen Bescheid über die Annahme an Oberschule oder Gymnasium erhalten die Sorgeberechtigten bis zum 23. Mai.

Auch ohne Bildungsempfehlung kann eine Anmeldung am Gymnasium erfolgen. Pflicht ist jedoch ein Beratungsgespräch und ein schriftlicher Leistungstest mit Fragen aus den Fächern Deutsch, Mathe und Sachkunde. Auf Grundlage der erreichten Ergebnisse kann ein weiteres Beratungsgespräch stattfinden. Eine bestimmte Mindestpunktzahl in dem Test ist jedoch nicht notwendig, um auf das Gymnasium zu gehen. Die Entscheidung liegt letztlich bei den Sorgeberechtigten.

Ein Wechsel auf das Gymnasium ist von Klasse 5 ab möglich. Die Anmeldung muss bis 15. März erfolgen. Auch dabei ist eine Bildungsberatung nötig. Auch andersherum kann gewechselt werden. Aufgrund der Auslastung vieler Oberschulen sollten Eltern ihre Kinder frühzeitig anmelden.

Im Schuljahr 2018/2019 hattenvon 858 Fünftklässlern, die aufs Gymnasium gingen, 85 keine Empfehlung. Wie viele Schüler den umgedrehten Weg gehen, wird nicht erfasst. (akli)

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